Sa, 20. Oktober 2018

"Unschuldig"

22.12.2014 09:25

Nordkorea streitet Sony-Hack ab und droht den USA

Im Streit um die Cyberattacke auf das Filmstudio Sony Pictures hat Nordkorea die USA zu gemeinsamen Ermittlungen aufgerufen. Das Außenministerium in Pjöngjang wies Anschuldigungen Washingtons in der Affäre zurück und drohte am Samstag mit "ernsten Konsequenzen", sollten die USA den Vorschlag ablehnen. "Wir können zeigen, dass wir mit dem Fall nichts zu tun haben", wurde ein Sprecher von den staatlich kontrollierten Medien zitiert.

Die US-Regierung schenkt der Unschuldsbeteuerung des weithin isolierten Landes keinen Glauben. "Die Regierung Nordkoreas hat eine lange Geschichte darin, die Verantwortung für destruktives und provokatives Handeln von sich zu weisen", sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates der USA, Mark Stroh. Die US-Regierung sei überzeugt, dass Nordkorea für den Cyberangriff auf Sony Pictures verantwortlich sei. Das Weiße Haus stehe hinter den Ermittlungen der Bundespolizei FBI.

USA bitten China um Hilfe
Hilfe versprechen sich die USA unterdessen von China: Die US-Regierung hätte in der Hackeraffäre China um Zusammenarbeit gebeten, schrieb das "Wall Street Journal". "Wir haben den Fall mit den Chinesen diskutiert, um Informationen in dem Fall auszutauschen", wurde ein hochrangiger US-Regierungsbeamter zitiert. Peking solle helfen, künftige nordkoreanische Cyberattacken zu blockieren. Eine Zusammenarbeit mit China habe entscheidende Bedeutung, weil praktisch die gesamte Telekommunikation Nordkoreas über von China betriebene Netzwerke laufe.

Obama kritisiert Veröffentlichungs-Stopp
Bei der Attacke waren im November flächendeckend die Computersysteme von Sony Pictures angegriffen und zahlreiche Daten gestohlen worden. Der Angriff wird in Verbindung mit der Nordkorea-Satire "The Interview" gebracht. In dem Film bekommen zwei US-Journalisten den Auftrag, den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-Un bei einem Interview zu töten. Nach dem Cyberangriff und darauffolgenden Terrordrohungen wurde die Veröffentlichung des Films abgesagt.

Kritik daran gab es neben zahlreichen Schauspielern auch von US-Präsident Barack Obama. Es sei ein Fehler des Filmstudios gewesen, den Kinostart abzusagen, sagte er am Sonntag dem US-Sender CNN. "Wir können nicht in einer Gesellschaft leben, in der irgendein Diktator irgendwo anfängt, in den USA Zensur auszuüben."

Sony-Chef zeigte sich bereits im Juni besorgt über Filmszenen
Dass der Film zu politischen Verstimmungen mit Nordkorea führen könnte, dürfte Sony Pictures schon frühzeitig bewusst gewesen sein. Wie US-Medien am Wochenende berichteten, soll sich Sony-Chef Kazuo Hirai bereits im Juni besorgt über den Film gezeigt und an einzelnen Szenen Anstoß genommen haben.

Experte: Hackerangriff kostet Sony bis zu 500 Millionen Dollar
Die Absage des Films dürfte das Hollywood-Studio nun teuer zu stehen kommen. Insgesamt sei mit einem finanziellen Schaden von bis zu 500 Millionen Dollar (409 Millionen Euro) zu rechnen, schätzt Hemanshu Nigam von der Beraterfirma SSP Blue. Die Produktionskosten für den Film werden auf 75 Millionen Dollar geschätzt. Zudem müsse Sony auf die Einnahmen an der Kinokasse verzichten, sagte Nigam. Wegen der Kontroverse um den Film hätten sich diese nach Einschätzung des Experten auf mehrere hundert Millionen Dollar belaufen können.

Hinzu kommen die Ausgaben für die Instandsetzung von Sonys Computernetzwerk sowie Gerichtskosten: Wegen der Verbreitung persönlicher Daten haben Mitarbeiter und frühere Angestellte bereits zwei Klagen eingereicht. Auch der Schaden für Sonys Ansehen ist nach Einschätzung von Branchenkennern beträchtlich.

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