„Krone“-Kommentar

Putin macht Kiew „unbewohnbar“

Kolumnen
06.10.2026 08:00

Man kann über Kanzler Merz sagen, was man will, aber mit seiner Blitzreise nach Kiew mitten in dem aktuellen, verheerenden Zerstörungsbombardement zeigte er Format. Die ukrainische Hauptstadt erlebt einen von Putin angesagten Albtraum: Sie soll jetzt „unbewohnbar“ gebombt werden. (Kiew ist übrigens im historischen Verständnis Russlands die „Mutter der russischen Städte“).

Der Exodus aus Kiew hat bereits begonnen angesichts dessen, was im Winter noch kommen mag, um die Ukraine in die Knie zu zwingen. Bürgermeister Klitschko sagt es offen, dass eine Rückkehr zu einem normalen Leben in naher Zukunft nicht möglich sein wird.

Die erste Angriffswelle galt den drei großen Brücken über den Dnipro. Kiew ist jetzt eine geteilte Stadt.

 Die Zielgenauigkeit russischer Drohnen und Raketen hat sich erheblich verbessert. (Damit fällt aber auch die Ausrede weg, wenn ganze Wohnblocks „irrtümlich“ getroffen werden.) Die Abwehr der Ukraine leidet unter akutem Nachschubmangel, weil u. a. Trump im Iran und im Golf schon das halbe US-Arsenal verschossen hat.

Als Begründung für die Verschärfung des Krieges nannte Putin auf dem jährlichen Sankt Petersburger Edelkongress mit europäischen Russlandverstehern die ukrainischen Angriffe auf Russlands Raffinerien: Das Zelenskij-Regime habe damit „die Büchse der Pandora geöffnet“. Russlands Racheschläge sollen noch ärger werden.

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