Uni-Chef unter Druck!
Nach Gruppenvergewaltigung nur Aufsätze als Strafe
Schwere Vorwürfe erschüttern die US-Elite-Uni Cornell: Eine ehemalige Studentin wirft sieben Mitgliedern einer Studentenverbindung vor, sie im Oktober 2024 unter dem Einfluss von Alkohol und mutmaßlich verabreichten Drogen sexuell missbraucht und vergewaltigt zu haben. Jetzt spricht der Uni-Präsident über Versäumnisse und verlorenes Vertrauen. Zwei der Studenten sollen lediglich dazu verdonnert worden sein, Aufsätze über ihr Fehlverhalten zu schreiben.
Nach einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung an der US-Elite-Universität Cornell zeigt ihr Präsident nach tagelanger massiver Kritik nun endlich Mitgefühl mit der betroffenen Studentin und rechnet mit negativen Auswirkungen für seine Hochschule. „Was Jane Doe im Jahr 2024 widerfahren ist, ist zutiefst beunruhigend und wird unsere Gemeinschaft noch viele Jahre belasten“, sagte Michael I. Kotlikoff in einem Video. Man wolle sich bemühen, mehr zu erklären, die ergriffenen Maßnahmen zu erläutern und transparenter zu sein.
Bei Jane Doe handelt es sich um das Pseudonym einer ehemaligen Studentin, die sieben Männern vorwirft, sie 2024 in einem Verbindungshaus auf dem Uni-Gelände sexuell missbraucht und vergewaltigt zu haben.
Erschütternde Snaps während des mutmaßlichen Missbrauchs
Der Frau zufolge wurde sie mit Alkohol und Drogen gefügig gemacht. Ihre Aussagen kurz nach dem Vorfall führten nicht zu einem Verfahren. Nur zwei der jungen Männer wurden exmatrikuliert, die anderen mussten Aufsätze schreiben.

Laut Gerichtsakten, aus denen US-Medien zitieren, hatte ein Mitglied der Studenten-Verbindung via Snapchat seinen Brüdern die Information zukommen lassen, im sogenannten „Alumni Room“ im oberen Stockwerk befinde sich eine wehrlose Frau. In der Nachricht wurde behauptet, sie stehe für sexuelle Handlungen zur Verfügung. Dabei fiel wörtlich die vulgäre Bezeichnung „free p***“, also „kostenlose ...“.
Einer fragte nach einer Weile nach, ob „der Laden noch geöffnet sei“. Darauf antwortete ein anderer Verbindungsbruder mit „Yeah“ und einem Teufels-Emoji. Sieben Stunden lang soll die Gruppenvergewaltigung gedauert haben.
Nach einer neuen Zivilklage wird der Fall nun erneut untersucht. New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul ließ die Ermittlungen unter Sonderaufsicht stellen.

Vorfall werfe „herzzerreißende und beunruhigende Fragen“ auf
„Mir schmerzt das Herz, wenn ich daran denke, was sie durchgemacht hat“, sagt der Universitäts-Präsident Kotlikoff jetzt. Der Vorfall werfe „herzzerreißende und beunruhigende Fragen zu sexueller Gewalt, Entmenschlichung und Aspekten der Partykultur, des Alkohol- und Drogenkonsums“ auf.
Kotlikoff räumte in seinem Video ein, dass er von „Frustration“ gehört habe, dass seine Hochschule „nicht ausreichend darüber kommuniziert hat, was die Universität nach der Meldung des Übergriffs unternommen hat“. Dies habe zu Misstrauen geführt. Kotlikoff betonte, dass es „rechtliche und datenschutzrechtliche Grenzen“ gebe.
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