Ungewöhnliche Allianz bei der Wahl im Gemeinderat: FPÖ und NEOS stellten sich hinter den SPÖ-Kandidaten. Warum auch Norbert Hofer Kubat sein Vertrauen schenkte und welchen Kurs der neue Bürgermeister jetzt einschlagen will.
Adrian Kubat ist dank eines gemeinsamen Wahlvorschlages von FPÖ und Neos neuer Bürgermeister von Pinkafeld. Der bisherige 2. SPÖ-Vize setzte sich gegen die 1. Vizebürgermeisterin Carina Laschober-Luif durch, die kurzfristig für die ÖVP ins Rennen gegangen war.
FPÖ-Hofer: „Er hat mein Vertrauen“
Ganz überraschend kam die Unterstützung freilich nicht. FPÖ-Gemeinderat Norbert Hofer kennt Kubat aus der gemeinsamen Arbeit als einen, „der sich in jedes Thema tief einarbeitet und an Projekten dranbleibt, bis sie umgesetzt sind“. Sein Fazit: „Er hat mein Vertrauen.“
Auch Neos-Mandatar Eduard Posch verweist auf die Zusammenarbeit der vergangenen Jahre. Kubat habe selbst zu Zeiten der absoluten SPÖ-Mehrheit den Dialog mit anderen Fraktionen gesucht und sich um gemeinsame Lösungen bemüht. Der neue Bürgermeister nimmt die breite Unterstützung beim Wort. „Wenn es um Pinkafeld geht, muss das Gemeinsame stärker sein als das Trennende.“ Unterschiedliche Standpunkte dürfe es trotzdem geben: „Man kann hart diskutieren und am nächsten Tag gemeinsam an einer Lösung arbeiten.“
Bis zur regulären Bürgermeisterwahl im kommenden Jahr will sich der Neo-Stadtchef nicht in einen Dauerwahlkampf ziehen lassen. „Die Menschen erwarten sich zu Recht, dass ihr Bürgermeister arbeitet, zuhört und Entscheidungen trifft.“ Genau darauf wolle er nun seine „volle Aufmerksamkeit“ richten.
Laschober-Luif kündigt Antreten bei Bürgermeisterwahl 2027 erneut an
Seine unterlegene Gegenkandidatin richtet den Blick hingegen bereits auf die nächste Entscheidung. Diesmal habe der Gemeinderat den Bürgermeister bestellt, „im kommenden Herbst wählen die Pinkafelder selbst“, sagt Laschober-Luif. Dieser Wahl werde sie sich „mit ganzer Kraft und vollem Einsatz stellen“. Bis dahin wolle die ÖVP weiter zuhören und zeigen, „welche Ideen wir für die Zukunft unserer Stadt haben“.
Nach fast 24 Jahren an der Stadtspitze übergibt Kurt Maczek damit an die nächste Generation. Zu seinem Nachfolger sagt er: „Adrian Kubat kündigt nicht nur an, sondern er ist ein Umsetzer. Dass gleich drei Partien ihn unterstützen ist ein Zeichen der Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg.“
Auch St. Martin an der Raab hat neuen Ortschef
Einen weiteren Wechsel an der Spitze der Gemeinde gab es auch in St. Martin an der Raab. Dort wurde Johann Holzmann zum Nachfolger von Bürgermeister Franz Josef Kern (SPÖ) gewählt. Der 64-Jährige sorgt damit für ein Novum im Burgenland. Er wurde nämlich als erster Nicht-Gemeinderat als Bürgermeister gewählt. In der Abstimmung setzte er sich mit 12:9 Stimmen gegen seinen Gegenkandidaten Siegfried Niederer (ÖVP) durch.
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