„Hier geboren, doch dem Unterricht können sie nicht folgen“: Diese „Krone“-Schlagzeile brachte mich dazu, die Realität, mit der wir Lehrerinnen und Lehrer tagtäglich konfrontiert sind, zu überdenken. Der Familiennachzug hat nämlich viele Wiener Schulen an ihre Grenzen gebracht.
0ft erlebe ich in einem Elterngespräch, dass der Vater kaum, die Mutter gar nicht Deutsch spricht. Beide wohnen jedoch seit vielen Jahren in Österreich. Für einen Deutschkurs hatten beide Elternteile entweder keine Zeit oder kein Interesse. Also wird zu Hause ausschließlich in der Muttersprache gesprochen, im Umfeld redet niemand Deutsch.
Wie können ihre Kinder also die Sprache lernen? Aufmerksam werde ich, wenn ein Elternteil gut Deutsch spricht, das Kind bei Schuleintritt hingegen kaum. Und das, obwohl es drei Jahre den Kindergarten besucht hat. Hier frage ich sehr wohl nach.
Antwort eines Vaters: „Ich war eh in Wien in der Schule. Aber zu Hause sprechen wir unsere Muttersprache. Im Kindergarten waren halt auch keine Österreicher.“ In diesem Fall frage ich mich sehr wohl, warum der Vater mit den Kindern nicht Deutsch spricht, wenn er es gut beherrscht?
Wir sollten die Deutschförderung im Kindergarten ausbauen und die Rahmenbedingungen verbessern. Wer jedoch in Österreich lebt oder bleiben möchte, muss auch dafür sorgen, dass seine Kinder bei Schuleintritt ausreichend Deutsch sprechen. Das sehe ich als eine Bringschuld der Zuwanderer.
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