Über Flydubai-Terror

Pilot: „Ich kämpfte um mein und unser aller Leben“

Ausland
02.10.2026 11:32

Nach dem Anschlag auf eine Flydubai-Maschine hat der angegriffene Pilot die dramatischen Minuten im Cockpit geschildert. „Ich habe versucht, mein eigenes Leben zu retten, aber ich wusste, dass ich all diese Menschen nicht sterben lassen konnte“, sagte der indische Flugkapitän Smit Machchhar am Freitag bei einem Telefonat mit Indiens Regierungschef Narendra Modi.

Als er verletzt auf dem Boden im Cockpit gelegen habe, habe er realisiert, dass das Flugzeug im Sinkflug sei. Er habe dann mit letzter Kraft versucht, die Cockpit-Tür zu erreichen. „Ich sagte mir: Das ist der letzte Versuch, Smit.“ Er sei selbst noch geschlagen worden, „aber ich öffnete einfach die Tür und alle kamen herein.“

„Gottes Gnade war mit mir“
Während der kritischen Situation im Cockpit habe Machchhar vor allem durch Gott Kraft geschöpft, sagte er im Gespräch. „Ich weiß, dass Gottes Gnade bei mir war.“ „Wenn ich Angst habe, kommt mir nur eines in den Sinn: Ich rezitiere die Hanuman Chalisa.“ Immer wieder habe er das hinduistische Andachtsgebet rezitiert.

Zitat Icon

Ich habe versucht, mein eigenes Leben zu retten, aber ich wusste, dass ich all diese Menschen nicht sterben lassen konnte.

Smit Machchhar

Modi bezeichnet Flugkapitän als „Helden“
Machchhar, der seit 17 Jahren als Pilot arbeitet und seit 11 Jahren als Flugkapitän tätig ist, telefonierte von seinem Krankenbett aus mit Modi, der ein Video des Gespräches in den sozialen Medien veröffentlichte. Der indische Regierungschef hatte Machchhar am Donnerstag als „Helden“ bezeichnet. Der Pilot habe dazu beigetragen, „eine große Tragödie abzuwenden“. 

Im Telefonat mit Modi traten dem Piloten die Tränen in die Augen. „Sie sind mein größtes Idol“, sagte der Pilot der Flydubai-Maschine zu Indiens Regierungschef Narendra Modi. „Ich hätte niemals gedacht, dass ich einmal mit Ihnen sprechen würde.“

„Werde wieder vollständig gesund“
Zu seinem Genesungsprozess sagte Machchhar: „Es wird Zeit brauchen, aber ich bin sehr, sehr zuversichtlich, dass ich mich erholen werde.“ Er gab sich während des Gesprächs zuversichtlich: „Ich werde wieder vollständig gesund.“

Terroranschlag konnte knapp verhindert werden
Das Linienflugzeug der Fluggesellschaft Flydubai war am Mittwoch nach Einschätzung der israelischen Regierung knapp einem Terroranschlag entgangen. Die Flydubai-Maschine war auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv, als sie massiv an Höhe verlor. An Bord waren 174 Passagiere, die meisten von ihnen Israelis.

Machchhar wohl von Co-Pilot mit Axt attackiert
Machchhar soll von seinem Co-Piloten mit einer Axt attackiert worden sein. Augenzeugen zufolge drangen mehrere Passagiere aus den vorderen Sitzreihen in das Cockpit ein und überwältigten den Co-Piloten. Nach Angaben von Flydubai übernahm eine auf dem Flug mitreisende andere Crew das Flugzeug und konnte es schließlich im saudi-arabischen Tabuk notlanden.

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