Während ein Landesrat, ein Minister oder ein Abgeordneter in früheren Zeiten hoch geehrt und geachtet wurde, ist heute das Image der Politiker in unseren Breiten längst „unterm Hund“, wie man am Biertisch so schön sagt. Man ist der Fußabstreifer für die Medien und steht mit einem Fuß im Kriminal. Und verdienen kann man als erfolgreicher Manager oder Freiberufler auch längst bedeutend mehr. Warum also nach wie vor das Gerangel um Mandate und Spitzenposten in den Parteien wie derzeit in der SPÖ?
EINERSEITS sollte man niemandem, der in die Politik drängt, den Idealismus und den guten Willen im Sinne des Gemeinwohls absprechen. Der eine oder andere – und das gilt derzeit wohl für Gerhard Zeiler – mag diesbezüglich sogar so etwas wie eine innere Berufung verspüren.
ANDERERSEITS kann man davon ausgehen, dass dabei immer auch ein gewisses Geltungsbedürfnis, wenn nicht gar Eitelkeit eine Rolle spielt. Und sogar vom Medien-Multimillionär Zeiler heißt es, dass es der erfolgsverwöhnte Manager sich, aber auch seiner Partei noch einmal beweisen will, dass er der Richtige zur Rettung der Sozialdemokratie wäre. Als Revanche gewissermaßen dafür, dass er vor etlichen Jahren bei einem gleichen Versuch bereits einmal gescheitert ist.
Und eines gehört auch noch dazu: ein gehöriges Maß an Ellbogentechnik und Ehrgeiz. Und die Bereitschaft, sich den unvermeidlichen Parteiintrigen auszusetzen.
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