Vergewaltigungsversuch

Frau in Busch gestoßen: „Dachte, jetzt sterbe ich“

Gericht
30.09.2026 13:24

Der 40-jährige Rumäne steigt mit ihr aus dem Nachtbus, verfolgte sie am Heimweg in Wien-Meidling. Dann begann für die 27-Jährige etwas, was sie ganz klar als Überlebenskampf empfand: „Einmal hat er so fest gewürgt, dass es mir schwarz vor Augen wurde. Er hat irgendwie versucht, seinen Körper auf meinen zu bekommen“, sagt sie im Wiener Landesgericht. Der Angeklagte streitet eine Vergewaltigungsabsicht aber ab.

Die junge Frau sitzt gefasst vor dem Wiener Schöffensenat. Tapfer muss sie sich an das zurückerinnern, was der Albtraum jeder Frau ist: In der Nacht auf den 7. August ist sie – wie schon so oft – mit dem Nachtbus nach Hause gefahren. In Meidling stieg sie aus, ein fremder Mann hinterher. „Ich hab‘ gesehen, wie er Anlauf genommen hat und auf mich drauf ist.“ Sie fiel in ein Gebüsch.

Opfer führte Überlebenskampf
Und es begann für die 27-Jährige ein Überlebenskampf: „Er hat direkt begonnen mich zu würgen. Er hat irgendwie versucht, seinen Körper auf meinen zu bekommen.“ Die Frau wehrte sich mit Händen und Füßen. „Ich hab‘ von Anfang an geschrien. Ich hab‘ um Hilfe geschrien. Ich hab‘ Feuer geschrien, weil manche bei Hilferufen nicht reagieren.“

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Das war der Moment, wo ich dachte, jetzt ist es aus. Jetzt sterbe ich.

Angeklagter (40) würgte 27-Jährige, bis ihr schwarz vor Augen wurde.

In der kleinen Seitengasse einer Meidlinger Wohnsiedlung war aber niemand – während die 27-Jährige unter Todesangst versuchte sich zu befreien. „Einmal hat er so fest gewürgt, dass es mir schwarz vor Augen wurde. Das war der Moment, wo ich dachte, jetzt ist es aus. Jetzt sterbe ich.“ Eine besonders schockierende Aussage: „Ich hab‘ versucht ihn zu kratzen. Ich wollte, dass am nächsten Tag, wenn meine Leiche gefunden wird, seine DNA-Spuren unter meinen Nägeln sind.“

Rumäne spricht von Raubabsicht
Sie weiß nicht mehr, wie lange der Kampf dauerte: „Für mich hat es sich angefühlt, wie Stunden.“ Aber es war von Erfolg gekrönt. Der Rumäne ließ letztlich von ihr ab, riss ihr noch das Handy weg und flüchtete. Im Wiener Landl meint er jetzt, er habe es immer nur auf das Mobiltelefon abgesehen – und wollte die 27-Jährige nicht vergewaltigen, wie es jedoch angeklagt ist.

„Ich hatte keine schlechten Absichten“, lässt der 40-jährige Schwarzarbeiter übersetzen. Sagt jedoch gleichzeitig, er hätte sehr wohl vorgehabt, dem Opfer sein iPhone zu entreißen. „Ich hab‘ Geld gebraucht. Ich wollte zu meiner Familie nach Rumänien“, nennt er als Motiv für einen Raub. Die junge Frau ist aber sicher: „Das hat viel zu lange gedauert. Er hätte mir schon am Anfang das Handy wegreißen können.“

Bis 15 Jahre Haft: Gutachten könnte Strafrahmen erhöhen
Am Ende der Vernehmung des Opfers wird außerdem klar: Es braucht ein medizinisches Gutachten. Die 27-Jährige erlitt nämlich eine Verletzung am Daumen und einen abgesplitterten Halswirbel, musste sechs Wochen eine Schiene beziehungsweise Halskrause tragen. Den Strafrahmen gegen den 40-jährigen Rumänen, der bereits wegen Vergewaltigung in seiner Heimat vorbestraft ist, würde eine schwere Körperverletzung auf fünf bis 15 Jahre erhöhen.

Aber wahrscheinlich viel schlimmer: „Sobald es dunkel ist, ist es für mich keine Option, draußen zu sein.“ Das Opfer berichtet von Schlafproblemen. Wenn fremde Männer ihr zu nah kämen, sei es auch nur in der Straßenbahn, bekomme sie die Panik. „Ich möchte auch gerne in Psychotherapie gehen“, sagt die junge Frau. Am 3. Dezember soll weiterverhandelt werden.

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