Tod durch Giftspritze
Jüngster Sterbehilfe-Fall: Kind war 2 Jahre alt
In den Niederlanden wurde im Sommer bekannt, dass erstmals Sterbehilfe bei einem Kind unter zwölf Jahren angewandt wurde. Nun ist auch das Alter des jungen Patienten veröffentlicht worden: Es handelte sich dabei um ein zwei Jahre altes Kleinkind, das die Giftspritze verabreicht bekam.
Seit 2024 ist Sterbehilfe unter strengen Voraussetzungen auch bei Kindern zwischen einem und zwölf Jahren erlaubt – die Behörden bestätigten im Juni, dass der erste Fall bereits Ende 2025 durchgeführt wurde. Bislang wusste man jedoch kaum etwas über die Umstände, die die Eltern veranlasst hatten, die Sterbehilfe für ihr Kind in Anspruch zu nehmen.
Nach Frühgeburt traten Komplikationen auf
Laut einem offiziellen Bericht der Behörden war der betroffene Patient knapp 24 Monate alt. Das Kind kam frühzeitig nach nur 26 Schwangerschaftswochen bei einem Auslandsurlaub zur Welt. Nach der Geburt traten mehrere sehr schwere Komplikationen auf, geht aus dem Dokument hervor. Dazu gehörten multiple Infektionen mit Sepsis, einer Immunreaktion des Körpers auf Krankheitserreger, die Gewebe und/oder Organe schädigt.
Als das Kind im Alter von viereinhalb Monaten in die Niederlande verlegt wurde, wurde bei einem MRT ein ausgeprägter Hirnschaden festgestellt. Dazu kam ein schweres Epilepsiesyndrom, das nur schwer zu behandeln sei. Die Therapie rief schwere Nebenwirkungen hervor. Dazu kamen Schlafstörungen, Hustenanfälle und eine Schluckstörung – die Beschwerden nahmen in den Monaten vor dem Tod des Kleinkindes deutlich zu.
Das Kind war geistig und motorisch schwerstbehindert und hatte keine Sprachentwicklung. Durch eine Sehbehinderung wurde der soziale Kontakt zusätzlich eingeschränkt. „Die Prognose lautete, dass es lebenslang auf Pflege bei allen Aktivitäten des täglichen Lebens angewiesen sein würde“, heißt es in dem Bericht.
Kind mit Medikamentencocktail von Leiden erlöst
Das Kind habe täglich mehrfach epileptische Anfälle ertragen müssen. Arzt und Eltern seien überzeugt gewesen, dass es unerträglich litt und keine Hoffnung mehr bestand. Nach langer Beratung der Eltern und dem Einholen einer Zweitmeinung wurde schließlich der Entschluss gefasst, Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen. Das Kind erhielt Infusionen von mehreren Medikamenten, durch die der junge Patient in einen tiefen Dämmerzustand fiel und verstarb.
Es ist bislang der einzige bekannt gewordene Fall von Sterbehilfe an Kindern in den Niederlanden.

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