Nach Weinlese

Für die Winzer wendet sich doch vieles zum Guten

Burgenland
25.09.2026 07:00

Die trockensten Monate der 176 Jahre alten Messgeschichte, um fast die Hälfte weniger Regen als üblich – das war keine gute Ausgangslage für unsere Weinbaubetriebe im aktuellen Jahrgang. Die Weinlese geht jetzt zu Ende, besser als erwartet ist das Ergebnis. Ertragseinbußen halten sich in Grenzen, die Qualität ist Spitzenklasse!

So früh wie noch nie hatte die Lese begonnen – und ist in den meisten Regionen bereits wieder vorbei. Höchst erfreulich zeigt sich die Bilanz, sie fällt deutlich positiver aus als prognostiziert. Laut den Erwartungen vor wenigen Wochen hatten sich die Winzer auf ein Ertragsminus im Schnitt von 30 Prozent einstellen müssen. Doch etliche Weinbauern dürfen im Vergleich zur vergangenen Saison heuer sogar mit einer größeren Erntemenge zufrieden sein.

Trauben klein, aber gesund
„Die Trauben sind wegen extrem hoher Temperaturen im Sommer, der fehlenden Niederschläge und lang anhaltenden Trockenheit zwar klein, aber rundum gesund. Das wirkt sich vorteilhaft aus, die Ausfälle sind viel geringer“, erklärt Weinkenner Matthias Siess aus Oggau.

„Dieses Hitzejahr hat gezeigt, dass unsere Weingärten gegen Klimaschwankungen resistent sind. Das ist ein wichtiges Signal für die Zukunft“, betont Wein-Burgenland-Obmann Herbert Oschep.

In seinem Blaufränkisch-Reich in der Ried Goldberg in Donnerskirchen hat er mit Weggefährten diese Woche die Ernte eingeholt – die robusten, 50 Jahre alten Rebstöcke warfen sogar 20 Prozent mehr Ertrag ab als 2025. Grobe Verluste müssen nur die wenigsten Weingüter in Kauf nehmen. In jedem Fall wird von einer ausgezeichneten Qualität ausgegangen.

Michael Bayer ist mit der Qualität hochzufrieden.
Michael Bayer ist mit der Qualität hochzufrieden.(Bild: Weingut Bayer-Erbhof)

Konzentrierte Aromatik
„Beeinflusst durch die wetterbedingte Trockenheit, tragen die Beeren den vollen Geschmack in sich. Die Aromatik ist konzentriert, nicht verwässert“, so Weinbaupräsident Andreas Liegenfeld. Diesem Urteil können die Brüder Josef und Michael vom Weingut Bayer-Erbhof in Donnerskirchen nur beipflichten: „Echte Genießer dürfen sich schon auf einen herausragenden Jahrgang freuen.“ 

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