„Stell Dir vor, es gibt keinen Himmel und keine Hölle. Stell Dir vor, es gibt keine Staaten und keine Religion, nichts, wofür man tötet oder stirbt. Stell Dir vor, es gibt keinen Besitz, keine Habgier, keinen Hunger. Stell Dir vor, alle Menschen leben in Frieden und Gemeinschaft auf dieser Erde.“ Es waren weltpolitisch bewegte Zeiten, als John Lennon vor 55 Jahren diese träumerische Utopie im Song „Imagine“ erstmals veröffentlichte. Diese leise Friedenshymne, die zeitlos durch die Jahrzehnte klingt.
„Ich glaube, unsere Gesellschaft wird von Verrückten für verrückte Ziele geführt“, meinte er in Hinblick auf den Vietnamkrieg und das Wettrüsten der Supermächte. Ein Gedanke, der einen bei der aktuellen Sitzung der UNO-Generalversammlung durchaus auch beschleicht. Die Welt mag zwar an einem Tisch zusammengekommen sein – aber eine Gemeinschaft aller Menschen bleibt weiterhin ein Wunschtraum. Machthungrige Despoten und autoritäre Herrscher, die Kriege in der Ukraine, in Gaza, im Iran und Südsudan, das albtraumhafte KI-Wettrüsten, Gewalt im Namen von Religionen, die Klimakrise . . .
John Lennon wusste selbst, dass er ein Träumer war. Und doch hat die Welt seitdem immer wieder bewiesen, dass sie eine bessere sein kann. Mit dem Ende des Kalten Krieges, dem Fall von Mauern und Diktatoren, ja auch mit der Gründung der Vereinten Nationen, die alle Staaten zumindest kurz zusammenbringt.
Vielleicht lohnt es sich ja doch, Lennons mehr als ein halbes Jahrhundert alte Einladung zum Träumen anzunehmen. Egal, wie verrückt uns die Welt gerade scheint.
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