Neues Gesetz geplant

Wie das Klimaziel die Spritpreise anheizen könnte

Innenpolitik
24.09.2026 05:45

Hinter der sperrigen Bezeichnung EEG-V verbirgt sich ein weiteres geplantes Gesetz der Bundesregierung, das sich direkt auf die Preise an den heimischen Tankstellen auswirken könnte. Es schreibt Mineralölfirmen vor, welcher Anteil des verkauften Treibstoffs aus erneuerbaren Quellen stammen muss. Diese sind teuer – was sich laut Wirtschaftskammer-Berechnungen auf den Preis niederschlagen wird.

Ein Euro mehr pro Liter: So viel könnte Tanken bis 2035 zusätzlich kosten, wenn Österreich, wie zuletzt ja mehrfach erklärt, an der Klimaneutralität bis zum Jahr 2040 festhält. Das zeigen erste Berechnungen der Wirtschaftskammer (WKÖ). Beim aktuellen Dieselpreis von rund 2,24 Euro würde der Liter damit auf über 3,20 Euro klettern.

„Spritpreisbremsen oder Steuersenkungen für Lebensmittel im Centbereich werden wenig helfen, wenn die Klimaneutralität ab 2040 den Treibstoff um bis zu einem Euro verteuert“, sagt WKÖ-Generalsekretär Jochen Danninger.

Österreich will‘s schneller wissen
Hintergrund: Das Klimagesetz der Regierung aus ÖVP, SPÖ und NEOS ist derzeit in Begutachtung. Es soll Österreich zur Klimaneutralität bis 2040 verpflichten – zehn Jahre früher, als es die EU verlangt. Die Kammer setzt nicht beim Klimagesetz selbst an, sondern beim weniger bekannten Erneuerbare-Energien-Gesetz Verkehr (EEG-V).

Es schreibt Mineralölfirmen vor, welcher Anteil des verkauften Treibstoffs aus erneuerbaren Quellen stammen muss. Der Pfad: 18 Prozent im Jahr 2027, 35 Prozent 2030, 65 Prozent 2035. Konkret heißt das: Spätestens im Jahr 2035 müssten rund zwei Drittel der Energie im Tank „grün“ sein.

Dafür kommen etwa Biodiesel, Ethanol oder HVO – ein Diesel aus Pflanzenölen und Altfetten – infrage, auch Ladestrom für E-Autos kann angerechnet werden. Diese Energieträger sind und bleiben auch weiter knapp – und teurer als Erdöl. Die dadurch zu erwartenden Mehrkosten würden damit an der Zapfsäule landen. Ab dem nächsten Jahr, in dem das Gesetz in Kraft treten soll, könnten bis 2030 laut der Kammer jährlich 20 Cent pro Liter beim Tanken obendrauf kommen.

Danninger: „Wird Inflation anheizen“
„Ein Euro mehr pro Liter trifft alle Autofahrer, verteuert Transporte, Waren und Dienstleistungen. Das wird die Inflation weiter anheizen“, warnt Danninger. Die WKÖ bekenne sich zu den EU-Klimazielen, Österreich dürfe sich aber „nicht zusätzliche Kosten und Wettbewerbsnachteile einhandeln“.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung