Nur zwei Tage nach der Verkündung des Urteils über 30 Monate unbedingter Haft gegen Rekord-Pleitier René Benko wurde nun bekannt, dass auch dieser Richterspruch rechtskräftig ist. Weder der Signa-Gründer, noch die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hatten Rechtsmittel eingelegt.
Benko war am Dienstag wegen des Vorwurfs der betrügerischen Krida am Landesgericht Innsbruck verurteilt worden – wir berichteten. Dabei ging es zum einen um eine Schenkung in Höhe von 300.000 Euro an seine Mutter, für die bereits ein rechtskräftiger Schuldspruch des Obersten Gerichtshofes (OGH) bestand.
OGH hab Freispruch vom Oktober auf
Am Dienstag wurde dann vor einem Schöffensenat die Teilcausa rund um eine Mietvorauszahlung von rund 360.000 Euro für eine Villa auf der Innsbrucker Hungerburg verhandelt, für die es letztlich auch einen Schuldspruch setzte. Zuvor hatte der OGH im Juli bezüglich der Mietvorauszahlung einen Freispruch durch das Landesgericht Innsbruck im Oktober des vergangenen Jahres aufgehoben und zurückverwiesen.
Aufgrund der daher höheren Schadenssumme musste auch die Gesamtstrafe neu festgesetzt werden. Denn im Oktober 2025 war der 49-Jährige wegen betrügerischer Krida infolge einer Beeinträchtigung der Gläubigerinteressen noch zu zwei Jahren unbedingter Haft verurteilt worden. Nun fasste der gefallene Immobilienjongleur sechs Monate mehr aus.
Benko sagte erstmals vor Gericht aus
Benko hatte sich im Großen Schwurgerichtssaal des Landesgerichts in seiner Heimatstadt zum Anklagepunkt der Mietvorauszahlung nicht schuldig bekannt und erstmals in einem Strafverfahren im Zuge der Signa-Pleite ausgesagt. Dabei betonte er in einem kurzen Schwenk zum generellen Signa-Komplex, dass er sowohl im Herbst als auch im November und Dezember 2023 noch davon überzeugt gewesen sei, dass die Sanierung der Gruppe gelingen werde.
Im Zuge der Verhandlung war zudem bekannt geworden, dass zuvor ein weiterer Schuldspruch in der Golduhren-Causa rechtskräftig geworden war. Benko hatte damals behauptet, die Luxus-Chronometer, welche sich in einem Safe bei Verwandten seiner Frau Nathalie Benko befunden hatten, an seine Kinder geschenkt zu haben. Letztendlich wurde er allerdings – ebenfalls wegen betrügerischer Krida – zu 15 Monaten Haft verurteilt. Seine Gattin wurde damals freigesprochen, inzwischen auch rechtskräftig.
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