Causa Deutschkreutz

Manfred Kölly verzichtet auf Wahlanfechtung

Burgenland
18.09.2026 15:29

Der LBL-Gemeindevorstand, Manfred Kölly, macht einen Rückzieher: Das Ergebnis der Bürgermeisterwahl in Deutschkreutz ist damit endgültig fix.  

Fünf Seiten lang war der Einspruch, gefehlt hätte nur noch die Unterschrift: Doch Manfred Kölly (LBL) machte im letzten Moment einen Rückzieher. Die angekündigte Anfechtung der Bürgermeisterwahl in Deutschkreutz ist damit vom Tisch. Auslöser waren Kameras in den Wahllokalen. Kölly, der mit rund 27 Prozent hinter dem SPÖ-Wahlsieger Jürgen Hofer (52 Prozent) auf Platz zwei gelandet war, hatte deshalb unmittelbar nach der Wahl eine Anfechtung in den Raum gestellt. Sein Vorwurf: Die Kameras seien installiert worden, obwohl dort das Filmen nicht erlaubt sei.

LBL-Mandatar will den Wählerwillen akzeptieren
„Die Wahlen sind geschlagen“, betonte Kölly am Freitag. Er habe mit einer Stichwahl gerechnet, akzeptiere aber den Wählerwillen. Mehrere Bürger hätten ihn auf die Kameras aufmerksam gemacht. Dadurch wäre es möglich gewesen, Wahlbewegungen nachzuvollziehen. „Man darf nicht sehen, wer zur Wahl kommt und wer nicht“, so der LBL-Mandatar. Laut Kölly seien die Kameras zudem ohne Absprache montiert worden. Ihm gehe es nicht um seine Niederlage, sondern um einen ordnungsgemäßen Ablauf des Urnengangs. Von der Rechtmäßigkeit seines Einspruchs sei der LBL-Mandatar nach wie vor überzeugt und verweist auf Erkenntnisse des Verfassungsgerichtshofes. Trotzdem blieb das fünfseitige Schreiben am Ende ohne Unterschrift.

Seine Begründung für den ungewöhnlichen Schritt: Er wolle der Bevölkerung einen neuerlichen und teuren Wahlkampf ersparen. Zudem stehe 2027 ohnehin die nächste Wahl an. Auch persönlich habe der vergangene Wahlkampf Spuren hinterlassen. Seine Familie habe stark darunter gelitten, er selbst sei in sozialen Medien „verprügelt“ und mit gefälschten beziehungsweise parodierenden Videos konfrontiert worden. Bürgermeister Jürgen Hofer (SPÖ) reagierte knapp auf Köllys Rückzieher: „Zu diesem Thema ist jeder Kommentar überflüssig.“ Mit rund 52 Prozent habe er, wie das Ergebnis zeige, die Bevölkerung hinter sich. Hofer hatte auch stets betont, dass das Wahlergebnis nicht gefährdet gewesen sei.

Kölly will Entschuldigung von Hofer
Ganz auf sich beruhen lassen will Kölly die Sache dennoch nicht. Er fordert von Hofer eine Entschuldigung wegen der Kameras. Bis zur nächsten Gemeinderatswahl will er sich weiter für Deutschkreutz einsetzen. Eine neuerliche Kandidatur schließt er nicht aus.

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