Nach dem Rücktritt von Ex-ÖVP-Bürgermeister Andreas Kacsits im vergangenen April fand am Sonntag in der burgenländischen Gemeinde Deutschkreutz (Bezirk Oberpullendorf) eine außertourliche Bürgermeisterwahl statt. Das Rennen machte SPÖ-Kandidat Jürgen Hofer.
Nach dem Rücktritt von Bürgermeister Andreas Kacsits (ÖVP) im April war Deutschkreutz gezwungen, an die Urnen zu bitten. Drei Kandidaten stellten sich am Sonntag dem Votum der 2988 Wahlberechtigten: Eva Heidenreich (ÖVP), Ex-Langzeitortschef Manfred Kölly (LBL) und Jürgen Hofer (SPÖ), der die Amtsgeschäfte bereits seit April als Vizebürgermeister geführt hatte und mit 52,57 Prozent der Stimmen als klarer Sieger hervorging. Somit sind 96 der 171 Gemeinden im Burgenland „rot“.
Ich bin wirklich überrascht, da wir, denk’ ich, alle von einer Stichwahl ausgegangen sind. Ich freue mich sehr über dieses Ergebnis!

Jürgen Hofer (SPÖ) 52,57 Prozent
Bild: Vanessa Wittmann
Mehr als 80 Prozent Wahlbeteiligung
Das Votum – die Wahlbeteiligung lag bei beachtlichen 81,19 Prozent – hatte niemand in dieser Deutlichkeit erwartet. Selbst die Kandidaten nicht, die unisono von einer Stichwahl ausgegangen waren. Dementsprechend überrascht zeigte sich Hofer nach der Auszählung vom Ausmaß seines Erfolgs: „Mit einem grandiosen Team und einer Familie, die zu hundert Prozent hinter mir steht, konnten wir einen zweiten Wahlgang verhindern. Ich bin sehr überrascht und bin eigentlich überwältigt.“
Es ist jetzt nun mal so, das Leben geht weiter. Ich bin ein politischer Mensch und werde mich dementsprechend weiter für Deutschkreutz einsetzen.

Manfred Kölly (LBL) 27,35 Prozent
Bild: FOTOKERSCHI / WERNER KERSCHBAUMMAYR
Kameras im Wahllokal? Kölly will Votum anfechten
Für Manfred Kölly bedeutet der zweite Platz (27,35 %) nicht das Ende der politischen Karriere. „Es ist jetzt nun mal so, das Leben geht weiter. Ich war immer und bin ein politischer Mensch. Dementsprechend werde ich mich weiter für das Wohl von Deutschkreutz einsetzen.“ Ganz verdaut haben dürfte Kölly das Votum nicht. Er liebäugelt mit einer Neuwahl. „Mir wurde zugetragen, dass im Wahllokal mitgefilmt wurde. Ich werde dem nachgehen und dies prüfen lassen. Wenn es der Fall war, werde ich das Ergebnis anfechten!“
Der Wählerwille ist zu akzeptieren. Wie es dazu gekommen ist, werden wir eingehend am Montag analysieren. Dann wird auch besprochen, wie es weitergeht.

Eva Heidenreich (ÖVP) 20, 08 Prozent
Bild: ÖVP Deutschkreutz
Heidenreich (20,08 %) bekommt nach der Schlappe Zuspruch von ÖVP-Landesparteiobmann Christoph Zarits: „Sie hat trotz schwieriger Ausgangslage einen engagierten Wahlkampf geführt. Bei der Gemeinderatswahl im kommenden Jahr werden die Karten neu gemischt.“
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil gratuliert dem Sieger: „Er hat offene Aufgaben angepackt und gezeigt, dass er die Gemeinde voranbringen will. Die absolute Mehrheit ist ein starkes Vertrauensvotum für seine Arbeit und seine Persönlichkeit.“
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