Was hat sich seit dem 11. September 2001 verändert? Warum werden die Attentäter immer jünger? Welche unbekannten Gefahren lauern auf uns? Nicolas Stockhammer (51), renommierter Terrorismus-Experte aus Wien, kennt die Antworten. Die „Krone“ bat ihn in Manhattan zum Interview.
„Krone“: Wie hat sich die internationale Terrorismus-Landschaft in den vergangenen 25 Jahren seit dem 11. September 2001 verändert? Wo lauern aktuell die größten Gefahren?
Nicolas Stockhammer: Seit 9/11 hat sich der Terror komplett verändert. Es hat sich wegbewegt von diesen Megaszenarien, wo Flugzeuge entführt werden und in Hochhäuser krachen, hin zu Einzeltäter-Akten mit niederschwelligen Tatwaffen, zum Beispiel Messern oder zweckentfremdeten Fahrzeugen. Die größte Entwicklung aus meiner Sicht ist die Virtualisierung des Terrorismus. Das heißt, dass der Terrorismus digital geworden ist. Vom Erstkontakt mit der Ideologie der extremistischen Propaganda über die Rekrutierung und die Planung der Tat bis hin zur Umsetzung, passiert heute alles online. Wie sehen zudem, dass die Ideologien verfließen. Es gibt Misch-Ideologien, es gibt nihilistische Ideologien. Beispielsweise kommt es derzeit zu einer Allianz von Linksextremisten mit Islamisten rund um die Gaza-Fragen. Es gibt Mischformen in jeder Form, und das ist aus meiner Sicht eine spannende Dimension. Hinzu kommt das Alter der Attentäter …
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