Nach tödlichem Unfall

Polizei macht Jagd auf Raser in Venedigs Lagune

Ausland
14.09.2026 13:58
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Polizei von Venedig warnt vor einer zunehmenden Raserei in der Lagune der Stadt. Vor allem Wassertaxis sind im Visier der Behörden. Am Sonntag ist es sogar zu einem tödlichen Zusammenstoß zwischen einem Wassertaxi und einem kleinen Motorboot gekommen.

Das kleine Boot eines 25-jährigen Fischers war in einem der gefährlichsten Bereiche der Lagune unterwegs, auf der Strecke in Richtung Flughafen. Das Wassertaxi, das Fahrgäste zum Flughafen brachte und mit mindestens 40 km/h unterwegs gewesen sein soll, erfasste das Boot. Der Mann kam bei dem Unglück ums Leben, seine brasilianische Frau gilt als vermisst. Das Paar hatte erst vor drei Monaten geheiratet.

Motorboot stark beschädigt
Nach Einschätzung der Ermittler dürfte nicht die Dunkelheit allein für den Unfall verantwortlich gewesen sein. Die schwere Zerstörung des kleinen Bootes lasse vielmehr auf einen heftigen Aufprall schließen. Die Ermittlungen zur genauen Unfallursache dauern an.

„Je mehr Kunden sie transportieren, desto mehr verdienen sie. Und dementsprechend wird beschleunigt“, erklärte Polizeikommandant Marco Agostini mit Blick auf die Wassertaxis gegenüber lokalen Medien. Die Fahrer selbst verwiesen nach seinen Angaben unter anderem auf die hohen Treibstoffkosten und den wirtschaftlichen Druck, möglichst schnell möglichst viele Fahrten zu absolvieren. Die zunehmende Raserei bereitet der Polizei große Sorgen.

Polizei intensiviert die Kontrollen
Während der Filmfestspiele in Venedig wurden die Kontrollen in der Lagune verstärkt. Dennoch habe die abschreckende Wirkung der Kontrollen offenbar nachgelassen, sagte Agostini. Die Polizei wolle deshalb ihre Überwachung weiter intensivieren. Zugleich seien strengere Regeln nötig, um Geschwindigkeitsverstöße konsequenter ahnden zu können.

Auch kleine Motorboote seien ein Problem. Teilweise würden junge Menschen Boote steuern, die für ihre Fahrkenntnisse zu leistungsstark seien, sagte der Polizeichef. „Kein Boot wäre an sich wirklich gefährlich“, betonte Agostini. Gefährlich werde es, wenn die Fahrer beschleunigten und Regeln missachteten. „Wenn alle die Geschwindigkeitsbegrenzungen einhalten würden, würden solche Unfälle nicht passieren.“

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