Das kann die Nascherei

Macht Schokolade glücklich? Süße Mythen im Check

Wissen
13.09.2026 07:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Sie soll Pickel auslösen, glücklich machen und in der dunklen Variante sogar gesund sein – die Rede ist von Schokolade. Um die beliebte Süßigkeit ranken sich viele Mythen, doch nicht alle stimmen auch ...

Schokolade kann vieles sein: Nervennahrung, kleine Belohnung oder Trostpflaster. Doch nicht alle Behauptungen darüber, was Schokolade sonst noch so können soll, sind auch richtig. Zum Internationalen Tag der Schokolade am Sonntag stehen die Schoko-Mythen auf dem Prüfstand.

Mythos: Dunkle Schokolade ist gesund
Das ist nur teilweise richtig. Dunkle Schokolade enthält meist mehr Kakaoflavanole als Milchschokolade. Diese Pflanzenstoffe können laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) die Funktion der Blutgefäße unterstützen. Das heißt aber nicht automatisch, dass dunkle Schokolade generell ein gesundes Lebensmittel ist.

Dunkle Schokolade soll gesünder sein als andere Schoko-Sorten, behaupten manche.
Dunkle Schokolade soll gesünder sein als andere Schoko-Sorten, behaupten manche.(Bild: APA/dpa/Christian Charisius)

Damit die Kakaoflavanole die Blutgefäße erweitern, müssen Naschkatzen 200 Milligramm pro Tag davon essen. Wie viel das in Schoko-Tafeln umgerechnet ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Bei manchen Schoko-Sorten reichen schon zehn Gramm, bei Sorten mit einem geringeren Falavnolgehalt sind es mehr.

Mythos: Schokolade lässt die Wimmerl sprießen
Das ist nicht so leicht zu beantworten. Klar ist: Bisher haben Wissenschaftler nicht bewiesen, dass Schokolade Akne auslöst. Allerdings hat eine Studie Hinweise darauf gefunden, dass Akne und eine Ernährung, die den Blutzucker schnell und stark ansteigen lässt, zusammenhängen.

Gerade Milchschokolade enthält aber typischerweise sowohl Zucker als auch Milchbestandteile. Es könnte sein, dass Milchprodukte Akne auslösen, darauf deuten einige Studien hin. Es lässt sich deshalb nur schwer sagen, welche Zutat einer Milchschokolade genau für Akne verantwortlich sein könnte.

Mythos: Schokolade ist immer süß
Schokolade aus dem Supermarkt ist heute meist süß. Das war allerdings nicht immer so. Schon lange vor der modernen Tafelschokolade nutzten Menschen in Südamerika und später in Mesoamerika Kakao für Getränke. Diese Kakaogetränke wurden häufig mit Wasser und regionalen Gewürzen zubereitet und schmeckten meist bitter. Nach der Einführung des Kakaos in Europa wurde das Getränk dort zunehmend mit Zucker versetzt. Die moderne Tafelschokolade entwickelte sich im 19. Jahrhundert.

Mythos: Schokolade macht glücklich
Schokolade macht nicht nachweislich dauerhaft glücklich – sie kann aber kurzfristig die Stimmung verbessern. Eine Übersichtsstudie wertete dazu mehrere Studien über die Auswirkungen von Schokolade auf Stimmung und kognitive Funktionen aus. Die Ergebnisse waren gemischt: Einige Untersuchungen zeigten eine kurzfristige Verbesserung der Stimmung, in anderen ließ sich kein eindeutiger Effekt feststellen.

Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie räumt mit dem Mythos auf, dass Schoko-Hasen ...
Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie räumt mit dem Mythos auf, dass Schoko-Hasen aus nicht verkauften Schoko-Weihnachtsmännern hergestellt werden.(Bild: APA/GEORG HOCHMUTH)

Mythos: Aus Weihnachtsmännern werden Osterhasen
Das Gerücht hält sich hartnäckig: Übrig gebliebene Schoko-Weihnachtsmänner würden eingeschmolzen und später als Osterhasen verkauft. Laut dem Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) stimmt das nicht. Die Saisonartikel bestünden aus frisch hergestellter Schokoladenmasse, erklärt der BDSI. Nicht verkaufte Schokolade werde nach den Festtagen in der Regel günstiger angeboten oder kostenlos an gemeinnützige Organisationen weitergegeben.

Eine Rücknahme bereits ausgelieferter Saisonware, ihre Einschmelzung und anschließendes Neuformen wären nach Einschätzung des BDSI zudem nicht mit den Qualitätsanforderungen vereinbar. Der Verband hält ein solches Vorgehen für lebensmittelrechtlich nicht zulässig und wirtschaftlich nicht sinnvoll. Ein Umverpacken von Weihnachts- in Osterware schließt der Verband aus.

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