Im Fall der Vergewaltigungsserie von Marchtrenk (OÖ) liegt nun die Aussage der Schwester des mutmaßlichen Haupttäters vor. Eiskalt prahlt der Verdächtige, wie er seine Ehefrau (39) um 500 Euro pro Vergewaltigung verkauft und getötet hat.
Lachend, sogar ein bisschen stolz, lief er seiner jüngsten Schwester an diesem Tag nach. Zwei Tage nachdem seine Ehefrau elendiglich zugrunde gegangen war. Nennen wir die jüngste Schwester des inhaftierten Mordverdächtigen „Hanna“. Sie kondolierte ihm in der Wohnung der gemeinsamen Mutter, dann wollte sie nur noch weg – und ging. Was sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, war das, was ihr der 51-Jährige dann ungefragt mitteilte.
Wie berichtet, wurde der Oberösterreicher (51) nach dem Tod seiner Frau nicht gleich festgenommen. Niemand wusste zu diesem Zeitpunkt, dass es sich – die Staatsanwaltschaft nennt den Fall „Pelicot 2.0“ – um eine regelrechte Vergewaltigungsserie gehandelt hatte. Der Ehemann, Lkw-Fahrer, soll die 39-Jährige mit Unmengen an Alkohol abgefüllt, sie damit betäubt und dann verkauft haben:
Einer jener „Kunden“, der eine brutale Hauptrolle bei der Vergewaltigungsserie gespielt haben soll, ist ebenfalls 51 Jahre alt. Die beiden Männer haben die Vergewaltigungen wie Geschäftstermine vereinbart – dokumentiert in unzähligen Chatverläufen, die an menschlicher Grausamkeit nicht zu überbieten sind. Am liebsten war es dem Ehemann, wenn er im Nebenzimmer die schmerzverzerrten Schreie seiner Frau mitanhören durfte.
„Medusa“ ist ein Europol-Projekt gegen Online-Netzwerke von Männern, die ihre Partnerinnen betäuben und dann sexuell missbrauchen. Recherchen deutscher Journalistinnen haben in Österreich bereits zu Verurteilungen geführt. Seit August beteiligt sich Österreich an der Europol-Operation. Nach fünf Monaten wurden bereits 158 Opfer bekannt. Die Dunkelziffer ist höher. Der aktuelle Fall schien nicht auf. „Ohne soziale Medien und der Möglichkeit, sich über diese anonym auszutauschen wäre dies sicherlich nicht in diesem Ausmaß vorhanden“, so Petra Huber-Lintner vom Bundeskriminalamt.
Zwei Männer sind in Haft, doch die Ermittlungen sind längst nicht abgeschlossen. In den Chats tauchen nämlich weitere Verdächtige auf. Was bleibt, ist die Mutter einer 16-jährigen Tochter, die jetzt tot ist. Sie soll innerlich dermaßen schlimme Verletzungen aufgewiesen haben, dass es dafür keine Worte gibt.
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