Starkregen und Sturm
Italien: Heftige Unwetter fordern ein Todesopfer
Heftige Unwetter haben am Mittwoch in Norditalien für ein zumindest vorübergehendes Ende des Sommers gesorgt. Auch die Badeorte Lignano, Jesolo und Bibione waren betroffen, die sonst so ruhige obere Adria schlug heftige Wellen. Die Straßen waren teilweise überflutet, im friaulischen Ort Latisana ertrank eine Frau in ihrem Auto.
Nicht nur bei uns brachte der Mittwoch deutliche Abkühlung, auch in Norditalien gingen teils heftige Gewitter nieder und die Temperaturen rasselten in den Keller. Starkregen und Sturmböen trafen die beliebten Badeorte, in Mailand mussten zwischendurch die Parks geschlossen werden.
Frau ertrank in ihrem Auto
Mehrere Straßen standen unter Wasser. Eine Frau in Latisana starb, nachdem ihr Wagen in einer überfluteten Unterführung eingeschlossen worden war. Ein Carabiniere, der nach einem Notruf am Ort eintraf, sprang ins Wasser und konnte die Frau aus dem Fahrzeug bergen. Dennoch konnte sie nicht mehr wiederbelebt werden.
Der Polizist wurde vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht. Die Feuerwehr war mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort. Das Gebiet zwischen Latisana und dem Küstenort Lignano wurde nach heftigen Regenfällen und Gewittern in der Nacht und am Morgen von Überschwemmungen und erheblichen Verkehrsproblemen getroffen.
Weiter vereinzelte Regenschauer
Inzwischen hat sich die Lage wieder beruhigt, doch mit dem Badewetter ist es vorerst vorbei. In Bibione zogen am Donnerstag weiter Wolken durch, nur zwischendurch ließ sich die Sonne blicken.
Garagen in Lignano geflutet
In Lignano musste die Feuerwehr mehrfach ausrücken, nach den Regenfällen standen Straßen unter Wasser. Am Donnerstag gab es leichte Entwarnung, heftige Gewitter sind zwar nicht mehr zu erwarten. Dennoch zittern viele Urlauber, auch aus Österreich, um ihre Autos: Die Garagen im beliebten Badeort stehen teils unter Wasser.
Probleme mit der Stromversorgung in Triest
Auch der Bahnverkehr in der Region Friaul-Julisch Venetien war stark beeinträchtigt. Nach Angaben des italienischen Bahninfrastrukturbetreibers RFI kam es unter anderem in Triest zu Problemen mit der Stromversorgung. In Portogruaro und Monfalcone wurden Störungen an Weichen und Signalanlagen gemeldet. Die Züge hatten Verspätungen von bis zu einer Stunde. Zwischen Triest und Portogruaro wurden teilweise Ersatzbusse eingesetzt. Techniker arbeiteten an der Wiederherstellung der Bahnanlagen.
In Mailand fielen innerhalb von 24 Stunden in den nördlichen Stadtgebieten sowie im Umland örtlich fast 100 Millimeter Regen. Der Fluss Lambro stieg stark an, in Teilen der Stadt wurden mobile Hochwasserschutzwände eingesetzt. Im Raum Brescia deckte ein Tornado Dächer ab und riss Blechteile fort. In Ligurien trat der Fluss Lavagna an mehreren Stellen über die Ufer. Anrainerinnen und Anrainer wurden aufgefordert, sich in höher gelegene Stockwerke zu begeben.
Schwere Schäden in der Toskana
Besonders schwere Schäden wurden auch aus der Toskana gemeldet. In Viareggio zog ein Tornado über die Küstenregion und beschädigte Badeanstalten, Werften und Wohnhäuser. Die plötzlich auftretenden Sturmböen rissen Sonnenschirme, Markisen und Liegen mit sich. Auch in anderen Teilen der Versilia-Region stürzten Bäume um. In Carrara wurden innerhalb weniger Minuten rund 100 Millimeter Regen registriert.
Der Wetterumschwung folgt auf eine außergewöhnlich lange Hitzeperiode. Eine atlantische Störung bringt kühlere Luft nach Italien und sorgt für einen deutlichen Temperatursturz, gleichzeitig können die großen Temperaturunterschiede die Entstehung kräftiger Gewitter begünstigen. Im Norden sanken die Temperaturen deutlich. Im Süden hält sich die Hitze zunächst noch mit Höchstwerten von bis zu 35 bis 36 Grad.
Nach Einschätzung der Wetterdienste soll sich die Störung bis Freitag und Samstag weiter nach Süden verlagern. Damit dürfte auch in Mittel- und Süditalien die ungewöhnliche Hitze zunächst beendet werden. In Rom wurden bereits heftige Niederschläge gemeldet, die in der Hauptstadt für chaotische Verkehrszustände sorgten.

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