Düstere Sprit-Prognose

„2,50 Euro pro Liter würden mich nicht wundern“

Wirtschaft
12.09.2026 09:00

Schon jetzt stöhnen Autofahrer an der Zapfsäule, doch der Tank dürfte wohl noch teurer werden. ÖAMTC-Experte Dominik Graf erklärt, warum 2,50 Euro pro Liter realistisch sind: Nicht nur, weil die Regierung bei Entlastungen uneins ist. 

Was in Nachbarländern bereits Normalität ist, droht auch uns: Der Ölpreis kletterte am Freitag erstmals seit vier Monaten über 100 Dollar pro Barrel, der Iran-Krieg könnte laut Trump-Beratern bis 2029 dauern. Das hat Folgen. Bereits legen Autofahrer über 2,30 Euro für einen Liter Diesel bezahlen (siehe Foto oben). Es könnte noch schlimmer kommen.

„2,50 Euro würden mich nicht wundern. Es wird in diese Richtung gehen“, sagt Dominik Graf vom ÖAMTC. Zwar werde der aktuelle Preisschock wieder etwas abflachen, eine Rückkehr zum früheren Niveau erwartet Graf aber nicht mehr. Langfristig drohen sogar zusätzliche Preissteigerungen: Ab 2028 wird die nationale CO2-Bepreisung durch das europäische Emissionshandelssystem ETS 2 ersetzt. Auch dadurch könnte Tanken noch einmal teurer werden.

Welche Maßnahmen die Regierung plant
Wie die Bevölkerung entlastet werden soll, darüber gehen innerhalb der Regierung die Vorstellungen weit auseinander: Die SPÖ drängt weiterhin darauf, die Margen der Mineralölkonzerne zu begrenzen. Im Wirtschaftsministerium hält man davon wenig. Die Spritpreise in Österreich lägen unter dem EU-Schnitt.

Auch NEOS-Abgeordnete Karin Doppelbauer warnt vor Schnellschüssen, am Wochenende werde aber trotzdem über Lösungen beraten. Man versuche zwar, die Auswirkungen möglichst gut zu dämpfen, „aber wir werden nicht alles abfedern können“.

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