Weil mittlerweile auch die als Ausweichroute für Öl- und Gastransporte dienende Meeresenge Bab-al-Mandab im Roten Meer vor einer Blockade steht – durch die jemenitische Houthi-Miliz – geht der Energieexperte Walter Boltz davon aus, dass die Energiepreise noch um 20 bis 30 Prozent steigen werden.
Für Saudi-Arabien wäre eine Sperre dieser Meeresenge mit beträchtlichem Aufwand – und beträchtlichen Mehrkosten – verbunden. Der Iran-Krieg und die damit einhergehende Sperre der Straße von Hormuz hat bereits wesentlich zu den steigenden Ölpreisen beigetragen. „Es gibt einen Wettbewerb zwischen Asien und Europa, wobei Europa weniger Öl als vielmehr fertige Produkte kauft“, merkte Boltz am Donnerstagabend in der „Zeit im Bild 2“ an. Literpreise von mehr als zwei Euro bei Benzin und 2,50 Euro bei Diesel würden ihn nicht überraschen.
Zudem habe Europa im Sommer zugesehen, wie die Gasspeicher niedrig gefüllt waren, ergänzte der ehemalige E-Control-Chef. Österreich steht, so Boltz, jedoch gut da: Die Gasspeicher sind zu 67,48 Prozent gefüllt. Nur bei einem sehr strengen Winter müsste Österreich auf die strategische Reserve von 20 Terawattstunden zurückgreifen. In Deutschland sind die Lager hingegen zu 50 Prozent und weniger gefüllt.
Steigender Gaspreis führt zu steigenden Strompreisen
Mit dem steigenden Gaspreis ist zumindest mittelfristig auch mit steigenden Strompreisen zu rechnen: Der Gaspreis mal zwei entspricht laut Boltz dem Strompreis. Derzeit koste Gas 80 Euro je Megawattstunde – dies bedeute einen Strompreis von 160 bis 180 Euro je Megawattstunde. Österreich könne die Abhängigkeit von den internationalen Märkten reduzieren – mit mehr erneuerbarer Energie, mehr Geothermie und mehr Stromspeicher.
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