Wegen Hormuz-Blockade

Weltweiter Kohleverbrauch steigt auf Rekordwert

Wirtschaft
10.09.2026 14:22
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Blockade der Straße von Hormuz im Zuge des Iran-Kriegs treibt die weltweite Kohle-Nachfrage in die Höhe. Der weltweite Verbrauch steigt auf einen neuen Rekordwert, obwohl er eigentlich aus klimapolitischer Sicht sinken sollte.

Durch die Blockade komme es zu einem massiven Rückgang der Flüssiggas-Lieferungen, was die Preise stark steigen lasse, teilte die Internationale Energieagentur (IEA) in Paris am Donnerstag mit. Das habe Länder mit gasbefeuerten Kraftwerken und freien Kohlekraftwerkskapazitäten dazu veranlasst, verstärkt Strom aus Kohle zu erzeugen.

Die Transporte stocken, während Tanker in der Straße von Hormuz angegriffen werden. Die Blockade ...
Die Transporte stocken, während Tanker in der Straße von Hormuz angegriffen werden. Die Blockade der wichtigen Meerenge hält weiter an – mit fatalen Folgen für die Weltwirtschaft.(Bild: AP/Razieh Poudat)

Dadurch falle der Kohleverbrauch in Europa, Japan, Korea, China und anderen Märkten höher aus als zuvor erwartet. Die Nachfrage nach dem fossilen Energieträger wird 2026 laut einer aktuellen Prognose um 1,2 Prozent steigen, wodurch der weltweite Verbrauch auf einen Rekordwert von 8,94 Milliarden Tonnen steigen wird. Ob sich dieser Trend auch 2027 fortsetzt, hänge davon ab, ob die Meerenge weiter blockiert bleibe. Die Kohlepreise hätten angesichts dieser Entwicklung auf jeden Fall angezogen, so die Energieagentur.

Houthi-Vormarsch bedroht weitere wichtige Meerenge
Eine neue Gefahr für die internationale Schifffahrt droht nun auch an einer anderen Front. Im Zuge des Iran-Kriegs ist nämlich auch der Konflikt im Jemen erneut aufgeflammt. Die aktuellen Kämpfe sind die schwersten Gefechte seit Jahren. Die vom Iran unterstützte schiitische Houthi-Miliz ist dem Vernehmen nach am Vormarsch. Am Donnerstag eroberte die radikal-islamische Gruppe die historische Hafenstadt Mocha, wie die Nachrichtenagentur Reuters aus Regierungskreisen erfuhr. Die Kämpfer griffen den Insidern zufolge zudem die vorgelagerten Hanish-Inseln im Roten Meer an, während die Regierungstruppen und ihre Verbündeten sich nach Süden in die Stadt Dhubab zurückzogen. Deren Kontrolle gilt zusammen mit der nahe gelegenen Insel Perim als Schlüssel für die Vorherrschaft über die strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandab.

Eine Blockade würde für Golfstaaten wie Saudi-Arabien einen zentralen Handelsweg kappen, nachdem der Iran die Straße von Hormuz als primäre Seeroute zwischen Asien und Europa faktisch bereits geschlossen hat. Die wegen der gefährlichen Navigationsbedingungen auch als „Tor der Tränen“ bekannte Schifffahrtsroute hat im Zuge des Kriegs der USA gegen den Iran zusätzlich enorm an Bedeutung gewonnen. Sie zählt zu den weltweit wichtigsten Strecken für den Transport von Rohöl und Kraftstoffen aus der Golfregion über den Suezkanal ins Mittelmeer sowie in umgekehrter Richtung für Handelsgüter mit Ziel Asien, darunter russisches Öl.

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