Nach dem Start der Serienproduktion von Elektro-Motoren wird im BMW-Werk in Steyr jetzt bereits der Bau der nächsten neuen Antriebe vorbereitet: Sogenannte Brennstoffzellensysteme, die mit Wasserstoff betrieben werden. Doch es gibt keine einzige Tankstelle dafür in Österreich – wie soll das funktionieren?
Erst heuer ist im BMW-Werk in Steyr die Produktion von Elektro-Motoren so richtig angelaufen, und schon schraubt der Autokonzern an der nächsten Antriebsart: am sogenannten Brennstoffzellensystem, das mit Wasserstoff betrieben wird.
So funktioniert’s: Wasserstoff aus dem Autotank reagiert in der Brennstoffzelle mit Sauerstoff aus der Umgebungsluft – dabei entsteht Strom, der den Elektro-Motor antreibt.

Steyr hat kurze Wege von Entwicklung zu Fertigung
Derzeit testen die Ingenieure in Steyr die Prototypen dieses Wasserstoff-Antriebs. Parallel dazu wird die Produktion vorbereitet: Eine Halle am Werksgelände, in der bis März noch Verbrenner gefertigt wurden, wird für die Wasserstoff-Motoren umgebaut. 2027 soll hier die Vorserie starten, ein Jahr später die Serienproduktion. 50 Millionen Euro investiert BMW dafür in Steyr.
Warum ausgerechnet hier? Der Standort habe einen entscheidenden Vorteil, ist aus Steyr zu hören: Entwicklung und Produktion sind nur rund 500 Meter Fußweg voneinander entfernt. Wenn an den Prüfständen Fehler auftauchen, können diese in der Motorenproduktion nebenan rasch behoben werden.
Letzte Tankstelle schloss im Vorjahr
Es gibt jedoch einen Haken: Im Vorjahr wurde die letzte Wasserstoff-Tankstelle in Österreich geschlossen. Es gab schlicht keine Nachfrage dafür. „Die Tankstellen-Infrastruktur ist sicher eine der größten Herausforderungen“, räumt Josef Hochreiter, Leiter der Wasserstofffahrzeuge bei BMW, ein. „Wir sind aber überzeugt, dass sich hier etwas tun wird.“ Das erste BMW-Modell, in dem die Wasserstoff-Motoren verbaut werden, der „iX5 Hydrogen“, soll aber ohnehin zuerst dort reüssieren, wo bereits Tankstellen vorhanden sind, etwa in Japan und Südkorea.
„Dafür haben wir in Europa die Kompetenzen“
Zurück nach Europa: Josef Hochreiter sieht in den Wasserstoff-Motoren eine „große Chance“ für den Kontinent. Denn: „Stahl, Alu, Platin – all die wichtigen Materialien für Brennstoffzellensysteme kommen vom Verbrennermotor – da haben wir in Europa die Kompetenzen dafür. Das ist eine Chance für den Industriestandort Europa.“
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