Mehr als zwei Jahre lebte Hochlandrind „Obelix“ friedlich auf einem oberösterreichischen Bauernhof. Nach einer Bio-Kontrolle war plötzlich alles anders. Die Verzweiflung war groß, der Ochse drohte auf der Schlachtbank enden – doch dann kam überraschende Hilfe aus Salzburg ...
„Uns hat es das Herz zerrissen. Obelix einfach schlachten? Das wär’ gar nicht gegangen.“ Laura Sengthaler kann wieder lachen, wochenlang musste die Landwirtin zuvor um das Leben ihres lieb gewonnen Ochsen zittern.
„Obelix“ – ein schottisches Hochlandrind – lebte ein friedliches Leben auf ihrem Bio-Hof in Oberösterreich (Neukirchen an der Enknach). „Wir haben ihn von einem anderen Bauernhof, haben ihn mit der Flasche aufgezogen. Er ist so zutraulich, die Kinder sind sogar auf ihm geritten“, sagt die Jungbäuerin. Eigentlich nur schwer vorstellbar, dass sich an dieser Idylle etwas ändern könnte. Doch dann kam der 31. Juli dieses Jahres.
Kein Zuchtstier, kein Platz am Bio-Bauernhof
Die routinemäßige Bio-Überprüfung des Hofes stand an – und die Kontrolleure stellten den Sengthalers prompt ein Ultimatum. Binnen eines Monats müsse „Obelix“ vom Hof verschwinden! Sonst müsste das Tier eben zum Schlachthof gebracht werden. Warum? „Unser Ochse stammt aus einem konventionellen Betrieb und ist kein Zuchtstier“, sagt Laura Sengthaler. Dies verstoße gegen die strengen heimischen Bio-Bestimmungen. „Obelix“ war zwar ursprünglich zur Zucht vorgesehen, die Bauernfamilie änderte jedoch ihre Pläne. „Wir wollten, dass er ,einfach Rind sein’ darf bei uns.“
Rind fand neues Zuhause am Tier-Gnadenhof
Der Schock war ob der Forderungen der Behörden riesig. Die Landwirte suchten fieberhaft eine neue Bleibe für ihren „Obelix“. Es hagelte jedoch Absage um Absage. „Wir haben es bei Freunden und Bekannten versucht. Wegen der aktuellen Futterknappheit hatte aber niemand Platz auf seinem Hof“, sagt Sengthaler. Ihr Vater wandte sich schließlich kurz vor Ablauf des Schlacht-Ultimatums an die Verantwortlichen des Tiergnadenhofs Gut Aiderbichl in Henndorf. Man war sich rasch einig, der Ochse fand so doch noch ein neues Zuhause. „So lebt bei uns der ursprüngliche Gedanke der Familie weiter“, freut sich Aiderbichl-Geschäftsführer Dieter Ehrengruber. Ochse „Obelix“ hat sich bereits bestens eingelebt, zeigt sich auch gegenüber den Besuchern extrem zutraulich und handzahm.
Laura Sengthaler und ihre Familie ist jedenfalls überglücklich: „Es ist wunderbar, dass sich das alles so ergeben hat. Als wir ,Obelix’ in Aiderbichl abgegeben haben, mussten wir trotzdem alle weinen.“ Aber: „Wir können ihn ja besuchen.“
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