Brucknerfest Linz

Austrofred: „Anton, lass‘ doch endlich locker!“

Oberösterreich
15.09.2026 15:30

Austrofred als Bruckner: Im Film „Heast Bruckner“ verschmelzen zwei Kultkünstler. In Kooperation mit dem ORF-Landesstudio Oberösterreich zeigt das Brucknerhaus Linz den Kurzfilm über Bruckner. Davor und danach liest und spricht Franz Adrian Wenzl alias Austrofred über die Musikikone und das Atalante Quartett spielt dazu. Warum macht der Austrofred das?

Der Austrofred – dahinter steht der Künstler Franz Adrian Wenzl – träumt, er wäre Anton Bruckner. Als Bruckner begegnet er im Himmel dem Herrgott und bittet ihn, endlich den Großglockner von unten sehen zu dürfen.

So ist der Einstieg in den Kurzfilm „Heast Bruckner“ von Gerald Heidegger, der heute Dienstag, 15. September (19.30 Uhr), im ORF Landesstudio in Linz zu sehen ist. Eingebettet wird die Vorführung in eine Show des Austrofred mit dem Atalante Quartet. Warum beschäftigt sich der Austrofred mit Bruckner?

„Krone“: Der Austrofred ist das erste Mal beim Brucknerfest. Welche Gefühle kommen auf?
Franz Adrian Wenzl: Für mich als Oberösterreicher ist das natürlich eine extreme Ehre und ein wichtiger Zwischenschritt in Richtung Brucknerhaus, weil das ist mein großes Ziel für die Pension.

„Heast Bruckner“ wird als Film mit Lesung und Live-Klassik präsentiert. Was genau wird erzählt?
Im Prinzip sind es drei ganz unterschiedliche und ungewöhnliche Blicke auf den Bruckner. Weil der normale und vernünftige Blick ist natürlich, dass du dir eine Symphonie anhorchst, aber der Abend bietet unterhaltsame Annäherungen von anderen Seiten. Dazu dann der Film vom Gerald Heidegger, plus ein Text von mir, wo ich den Bruckner aus einer quasi rockhistorischen Sicht präsentiere, als Ur-Grufti. Ich denke, das wird eine runde Sache mit Ecken.

Der Austrofred trifft den Bruckner: Welchen Tipp würden sie sich gegenseitig geben?
Der Bruckner würde mir wahrscheinlich empfehlen, dass ich erst einmal etwas lerne, bevor ich mich auf eine Bühne stelle. Noten zum Beispiel. Außerdem täte er schimpfen, dass meine Tracks kontrapunktisch unsauber gearbeitet sind. Und ich würde zu ihm sagen: ’Scheiß an, Anton, lass einmal locker!’

Der größte Unterschied und die größte Ähnlichkeit zwischen Bruckner und Austrofred?
Mir entspricht es sehr, dass die Bruckner-Musik in die Vollen geht. Nix von wegen ’Weniger ist mehr’, sondern ’Mehr ist mehr!’, weil seine Symphonien sind ja schon ziemliche Pracker. Emotional nahe ist mir, dass der Bruckner ja privat ein recht rückzugsbedürftiger Mensch war, aber beim Komponieren war echte Kühnheit. Da hat er sich mehr getraut als so manch anderer Großkomponist zu der Zeit.

Verraten Sie uns die nächsten Highlights?
Im Oktober kommt meine neue Platte „Sanfte Krieger“ mit dem Kurt Razelli. Wir haben wieder echte Hits drauf. Es gibt Live-Shows im Linzer Posthof und im Röda in Steyr. Es stehen noch musikalische Spaziergänge zum Thema Bauernkriege an, in Pram (19. 9.) und in Linz (27. 9.) im Rahmen der communale. Also, eh einiges los!

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