Bürger wehren sich:

Heiße Debatte rund ums „Reifengrab“ von Ohlsdorf

Oberösterreich
03.11.2026 21:00

In Ohlsdorf erhielt Firma grünes Licht für das Zuschütten von 155.000 Tonnen Altreifen. In der Region gehen die Wogen hoch, das zeigte sich auch am Dienstagabend, als zur großen ORF-Diskussion geladen wurde. Die „Krone“ war mit dabei und sprach mit Experten und Bürgern.

Ein Ort am Wort! Das galt Dienstagabend in Ohlsdorf, wo seit Bekanntwerden der Pläne für die Zuschüttung von 155.000 Tonnen Altreifen in einer Deponie nahe der Traun die Wogen hochgehen. Nun ging vor ORF-Kameras im Hotel Gasthof Enichlmayr die Debatte darüber über die Bühne.

Die Ohlsdorfer Ortschefin Ines Mirlacher (vorne) nahm an der Debatte teil.
Die Ohlsdorfer Ortschefin Ines Mirlacher (vorne) nahm an der Debatte teil.(Bild: Wolfgang Spitzbart)

Gäste auch aus Nachbargemeinden
Das Interesse an „Ein Ort am Wort – Red’ma drüber“ war enorm. Auch aus Desselbrunn, Laakirchen oder Pinsdorf strömten die Gäste in den Saal. „Selbstverständlich ist es bei uns im Ort ein großes Thema. Sehr viele Pinsdorfer wollen wissen, was im Nachbarort passiert. Aus meiner Sicht ist das Zuschütten nicht die beste Lösung“, verfolgte Jürgen Berchtaler, der rote Bürgermeister von Pinsdorf, gespannt die Debatte. Seine Meinung teilten fast alle im Saal.

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Das Thema betrifft auch alle angrenzenden Gemeinden. Das Grundwasser kennt keine Grenzen.

Robert Franz, Laakirchen

Unsicherheit überwiegt
„Keiner kann genau sagen, wie viel Weichmacher tatsächlich in den Reifen sind, wie sich im Laufe der Zeit das hohe Gewicht auswirken könnte, ob durch den enormen Druck giftige Flüssigkeit aus den Reifen austreten könnte. Wir befinden uns in einem sensiblen Gebiet in der Nähe des Grundwasserstroms“, meinte ein aufgebrachter Besucher.

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Ich kann nicht verstehen, wie man die Zuschüttung einfach so genehmigen kann.

Ingeborg Bamminger, Desselbrunn

Ehemaliger Deponiemitarbeiter meldete sich
Sogar ein ehemaliger Mitarbeiter der Reifendeponie, der anonym bleiben wollte, war anwesend und wirkte beunruhigt: „Ich war vor mehr als 20 Jahren dabei, als in der Deponie ein Brand ausbrach. Das war ziemlich heftig.“

Experten und Politiker am Wort
Umweltrechtsexpertin Erika Wagner (JKU Linz) erklärte die Rechtslage: „Sachverständige haben das Projekt geprüft und sind zum Entschluss gekommen, dass unter gewissen Auflagen das Projekt genehmigungsfähig ist.“ Umweltlandesrat Stefan Kaineder (Grüne) ergriff das Wort: „Wir müssen unterscheiden, was fachlich gesagt wird und was politisch notwendig ist.“ Deponiechef Joachim Ebner blieb mit Verweis auf das laufende Verfahren der Diskussion fern.

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