Bei der Arbeit auf dem Feld und im Wald hat der Traktor längst das Pferd abgelöst: Darauf hat man in Korpitsch schon vor 39 Jahren reagiert und fürs Kufenstechen auf die motorisierte Zugmaschine umgesattelt. Die Oldtimer kreisen bald wieder um den Dorfbrunnen. Und bei jedem Haus steht eine Holzplatte...
„Seit 1987 gibt es bei uns das Kufenstechen mit Traktoren. Dafür haben wir schon einige Nachahmer gefunden. Die wichtigste Regel lautet: Es muss ein Oldtimer sein, er darf kein Dach haben. Einer fährt, einer hat den Eisenschlägel“, erklärt Thomas Tscheligi, der Obmann der Dorfgemeinschaft Korpitsch. „Sonst läuft es wie beim Kufenstechen zu Pferd. Nur in den ersten Jahren hatten wir statt einer Kufe einen Kürbis, dann ein Mostfass, das von einer Kette baumelte. Mittlerweile bauen wir die Kufen selbst.“
Heuer machen neun Teams mit. Die Poleposition in der Startaufstellung haben die Vorjahressieger Gernot Miggitsch mit dem Eisenschlägel und Andreas Urschitz am Fahrersitz.



Nach drei Runden gibt es eine kurze Pause, die Frauen der Kufenstecher schenken Schnaps aus – zur Stärkung. „Ist die Kufe zerfallen, wird das Kranzl aufgesteckt. Bei uns gibt es natürlich zwei Kranzln, weil ja das Team gewinnt, der Fahrer und der Schläger“, so Tscheligi, der sich im Vorjahr über gut 400 Zuschauer freuen konnte. Nach dem Kufenstechen wird im Freien und im Festzelt noch bis in die Nacht gefeiert.
Traktor-Kufenstechen dürfen bei uns nur Verheiratete aus dem Ort, doch zur Eröffnung der ersten Runde darf der Bürgermeister dabeisein.
Thomas Tscheligi, Obmann der Dorfgemeinschaft Korpitsch
Kufenstechen bleibt den Verheirateten vorbehalten
„Die Jungen der Dorfgemeinschaft organisieren das dreitägige Fest, die Verheirateten sind die Kufenstecher. Sie tragen eine eigene Tracht; Lederhosen, rot-weiß-karierte Hemden und den Hut mit Kufenstecherlogo“, so Tscheligi, der nun mit der Dorfgemeinschaft mit dem Aufbau beginnt.
Das Reissackerl muss durchs Loch fallen: Cornhole
Eine weitere Besonderheit beim Korpitscher Kirchtag ist das Cornhole-Turnier: Kleine Säckchen, gefüllt mit Reis, werden auf eine Holzplatte geworfen und sollten durch das Loch fallen; das ergibt drei Punkte. „Das Turnier, das am Samstag um 16.30 Uhr beginnt, ist voll: Wir haben 100 Teilnehmer in 48 Teams“, freut sich Tscheligi. „Cornhole hat bei uns zur Corona-Zeit so richtig intensiv begonnen. Quasi bei jedem Haus steht so eine Platte.“
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