VW tief in der Krise

Diese beliebte Automarke soll bald verschwinden

Wirtschaft
03.09.2026 13:49
Porträt von krone.at
Von krone.at

Während Volkswagen ein beinhartes Sparprogramm in Atem hält, ereilt nun alle Seat-Liebhaber eine Hiobsbotschaft. Die VW-Konzernführung beabsichtigt laut einem Bericht, die spanische Automarke gänzlich einzustellen. Die Pläne sollen weit fortgeschritten sein – ein Ablaufdatum bereits feststehen ...

Die zunehmende Konkurrenz chinesischer Autobauer in Europa und die Zölle von US-Präsident Donald Trump bringen VW-Chef Oliver Blume zunehmend in Bedrängnis. Der dadurch ausgelösten Krise dürfte nun auch Seat zum Opfer fallen. Bis spätestens 2029 soll die Marke vom Markt genommen werden, schreibt die „Wirtschaftswoche“ und beruft sich dabei auf den entsprechenden Vorstandsbeschluss. Über den der VW-Aufsichtsrat am Freitag abstimmen soll.

VW-Chef Oliver Blume
VW-Chef Oliver Blume(Bild: AFP/RONNY HARTMANN)

Mit diesem Schritt soll die Komplexität und die Investitionsbelastung in der Markengruppe Core verringert werden – zu der auch Skoda gehört. „Eine Fortführung von Seat in der bisherigen Form würde zusätzliche Ressourcen binden, während die strategische Weiterentwicklung innerhalb der Markengruppe Cupra fokussiert werden soll“, heißt es in entsprechenden Strategiepapieren. 

Bei dem beliebten Autobauer soll kein Stein auf dem anderen bleiben.
Bei dem beliebten Autobauer soll kein Stein auf dem anderen bleiben.(Bild: AFP/STR)
Der Seat Ibiza gehört zu den kultigsten Modellen der Automarke.
Der Seat Ibiza gehört zu den kultigsten Modellen der Automarke.(Bild: Stephan Schätzl)

Die internen Unterlagen wollte ein Volkswagen-Sprecher jedoch nicht kommentieren. „Diese werden in den zuständigen Gremien besprochen und verabschiedet. Diesem Prozess greifen wir nicht vor“, erklärte er.

Abbau von Zehntausenden Stellen droht
Neben dem Seat-Aus will der Vorstand am Freitag die langfristigen Perspektiven für die Werke in Zwickau, Emden, Hannover und Neckarsulm erörtern. Auch ein möglicher Abbau von Zehntausenden Arbeitsplätzen weltweit dürfte auf der Agenda stehen.

Die VW-Führung betont bereits seit geraumer Zeit, dass der laufende Jobabbau – 50.000 Stellen bis 2030 – und die bisher erreichten Einsparungen in den Fabriken aus ihrer Sicht nicht ausreichen. 

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) versuchte am Mittwoch, die Sorgen der Beschäftigten in Zwickau zu dämpfen. „Auch am Freitag wird es dazu keine Entscheidung geben“, sagte er in einem Facebook-Videostatement. Es sei noch nicht der Punkt erreicht, an dem festgelegt werde, wie es wirklich mit Volkswagen weitergehe. Kretschmer verwies auf die Effizienz des Werks und forderte einen Schulterschluss von Konzern, Belegschaft und Politik.

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