Angst soll umgehen

Russland sucht einfache Dänen für Sabotageakte

Ausland
03.09.2026 10:55
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nicht nur Deutschland gerät wohl ins Visier russischer Sabotage. Nun läuten auch in Dänemark die Alarmglocken: Dort sollen die Behörden entsprechende Pläne und Vorbereitungen aufgedeckt haben. Auch ganz einfache Dänen würden dafür rekrutiert – ohne, dass sie es wüssten.

„Das Hauptziel ist, konkrete Lieferungen für die ukrainische Verteidigung zu stoppen“, erklärte der Chef für Spionageabwehr beim dänischen Inlandsnachrichten- und Sicherheitsdienst PET, Emil Græsholm, der Zeitung „Berlingske“. Und führte weiter aus: „Gleichzeitig soll uns Angst gemacht werden, damit wir die Ukrainer nicht mehr unterstützen und unsere eigene Verteidigungsfähigkeit nicht ausbauen.“ Ins Visier gerieten besonders Unternehmen in der Verteidigungsindustrie, die eine Verbindung zur militärischen Hilfe in der Ukraine hätten, so Græsholm.

In der Regel hält sich der Nachrichtendienst bedeckt – aber nicht in diesem Fall: „Die Auswahl der Ziele und die Vorbereitungen sind so konkret, dass wir es für notwendig halten, mit der Nachricht an die Öffentlichkeit zu gehen, dass es sich um eine Bedrohung handelt, die ernst genommen werden muss“, sagte Græsholm. „Berlingske“ gegenüber nannte er Brandstiftung als mögliches Ziel der russischen Pläne. Unternehmen in der Rüstungsindustrie seien aufgerufen, ihre Sicherheitsmaßnahmen zu verschärfen.

Anfragen kritisch beäugen
Russland versuche außerdem, „ganz gewöhnliche Dänen“ für seine Pläne zu rekrutieren – oft, ohne dass diese wüssten, dass sie für Moskau arbeiteten. „Es kann darum gehen, Fotos oder Videos von Unternehmen oder Anlagen zu machen, die dann für Sabotagepläne genutzt werden können“, so Græsholm. Er rief die Däninnen und Dänen auf, misstrauisch zu sein, wenn sie mit solchen Anfragen konfrontiert würden.

PET rechne damit, dass die Bedrohung „in Umfang und Komplexität“ weiter zunehme, hieß es. „Sie richtet sich gegen ukrainische Rüstungshersteller in Dänemark“, meinte Græsholm. „Aber wir können sehen, dass sich die Russen generell für die Rüstungsindustrie in Dänemark interessieren.“

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