Nur wenige Tage nach dem Tod seines Vaters König Harald und dem Beginn seiner eigenen Amtszeit plagen König Haakon VIII. von Norwegen auch die Sorgen um seine Ehefrau Mette-Marit. Die 53-Jährige erholt sich noch von ihrer Lungentransplantation im Juni. Am Dienstag verschlechterte sich ihr Zustand offenbar so sehr, dass Haakon nach seinem historischen Königseid auf die Verfassung im Parlament selbst ins Rikshospitalet in Oslo fuhr.
Fotos der norwegischen Zeitschrift „Se og Hør“ zeigen das Paar bei der Ankunft am Rikshospitalet gegen 17 Uhr. Rund eineinhalb Stunden später soll Haakon die Klinik zunächst allein verlassen haben.
Gegen 20.30 Uhr kehrte der König zurück. Kurz nach 21.30 Uhr verließen Haakon und Mette-Marit das Krankenhaus schließlich gemeinsam wieder.
„Komplikationen nach Operation“
Zuvor hatte das Königshaus bekannt gegeben, dass die Königin nicht an der Vereidigungszeremonie ihres Mannes im Parlament teilnehmen werde. „Die Königin hatte seit der Operation in einigen Fällen Komplikationen, auch heute“, sagte Lungen-Arzt Are Holm vom Reichskrankenhaus in Oslo. „Daher muss die Königin im Laufe des Tages beobachtet und überwacht werden.“
Mette-Marit litt unter einer schweren Lungenfibrose – ihr war es in den vergangenen Monaten immer schlechter gegangen. Vor der Lungentransplantation benötigte sie ein tragbares Sauerstoffgerät.
Mit Ingrid Alexandra an seiner Seite
An der Seite von Haakon stand Dienstagmittag deshalb seine Thronfolgerin, Kronprinzessin Ingrid Alexandra, als er dem Eid verlas. Die 22-Jährige selbst legte später einen schriftlichen Eid auf die Verfassung ab. Dieser Eid wurde im Königspalast unterzeichnet und dem Storting, dem norwegischen Parlament, übergeben.
Die junge Thronfolgerin wird am Freitag im Königlichen Palast zum ersten Mal an einer Kabinettssitzung teilnehmen. Danach ist sie bei den Kondolenzaudienzen ihres Vaters für Vertreter des samischen Parlaments, Vertretern der Streitkräfte sowie Vertretern der Religionsgemeinschaften anwesend.
In den sozialen Medien veröffentlichte das Königshaus Bilder von Ingrid Alexandras historischem Moment:
Hoftrauer bis einen Monat nach König Haralds Beerdigung
Das Königshaus gab am Mittwoch eine Hoftrauerzeit bis zum 9. Oktober bekannt.
Während der Trauerzeit des Königshauses tragen die Mitglieder der königlichen Familie und die Mitarbeiter des Königshofs dunkle Kleidung oder Uniformen mit Trauerbändern. Öffentliche Veranstaltungen auf den königlichen Anwesen finden während dieser Zeit nicht statt.
Nach dem 9. Oktober wird das Königshaus sein offizielles Programm schrittweise wieder aufnehmen. Besuche und Aktivitäten im In- und Ausland, die während der Regierungszeit von König Harald geplant waren, wurden abgesagt.





Familie und Volk nehmen Abschied von König Harald V.
König Harald V. war am frühen Freitagmorgen im Alter von 89 Jahren im Krankenhaus gestorben. Der Sarg des alten Monarchen war am Montag in einer andächtigen Zeremonie von einem Salon des Osloer Schlosses in die Schlosskapelle gebracht worden.
An der Prozession hatten neben Königin Sonja die Kinder und Enkel des Königs sowie die neue Königin Mette-Marit teilgenommen. Anschließend hatte sich das neue Königspaar gemeinsam mit Königin Sonja und Haakons Schwester Prinzessin Märtha Louise dem Volk auf dem Schlossplatz in Oslo gezeigt.
Auch Mette-Marits Sohn Marius bei Prozession
Aufsehen erregt hatte, dass auch Mette-Marits Sohn Marius Borg Høiby den Sarg begleitete. Der 29-Jährige war im Juni unter anderem wegen zwei Vergewaltigungen nach norwegischem Recht zu vier Jahren Haft verurteilt worden.
Das Urteil ist noch nichts rechtskräftig. Derzeit sitzt Høiby seine Untersuchungshaft mit elektronischer Fußfessel in Schloss Skaugum, dem Zuhause des Königspaares, ab. Für die Sarg-Prozession und für die Beisetzung von König Harald V. am 9. September hat er Ausgang bekommen.
Königin Frederik und Königin Mary reisen an
Die ersten Gäste haben sich für das Begräbnis bereits angekündigt: Das dänische Königspaar Frederik und Mary reist dafür an.
Bis zum Tag vor dem Begräbnis kann sich das Volk in der Schlosskapelle von dem Monarchen verabschieden: Dort dürfen Besucherinnen und Besucher langsam an dem geschlossenen Sarg des Monarchen vorbeigehen, um Harald persönlich die letzte Ehre zu erweisen.
Nach dem Tod des äußerst beliebten Königs Harald V. hat die norwegische Monarchie weiter an Rückhalt gewonnen. Laut einer aktuellen Umfrage des Instituts Norstat unterstützen 72 Prozent, also fast drei Viertel der Norweger die Monarchie in ihrem Land. Nur 20 Prozent der Befragten sprachen sich für eine andere Staatsform aus, acht Prozent waren unentschieden.
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