Jetzt hat sich Cristiano Ronaldo selbst mit einem langen Statement zur Aufregung rund um seinen Streit mit Portugal-Trainer Jorge Jesus zu Wort gemeldet. Auf Instagram spricht der Ausnahmekicker dabei von der „absoluten Wahrheit“ und schildert seine Sicht der Dinge.
Vorweg: Ein Ende seiner Nationalmannschaftskarriere kündigt Ronaldo nicht an. Vielmehr brenne er weiterhin darauf, für sein Land aufzulaufen. „Wenn ich also körperlich fit bin, für meinen Verein spiele – hoffentlich mit Toren -, nachdem ich die mir möglicherweise auferlegte Sperre abgesessen habe, werde ich, wie ich es bis heute immer getan habe, bereit sein, für unsere Nationalmannschaft anzutreten und zu gewinnen“, so der Ausnahmekicker.
Allerdings ist seinen Worten auch jene Wut zu entnehmen, die zum Eklat am Rande des Norwegen-Matches und schließlich zu seiner vorzeitigen Abreise geführt hatten. „Im August sagte mir der Trainer, ich sei für sein Projekt unverzichtbar“, schildert Ronaldo ein Gespräch mit Jorge Jesus.
„Am Tag des Spiels gegen Norwegen fragte er mich, ob ich bereit sei, 30 Minuten zu spielen. Das war nicht im Plan vorgesehen, aber ich sagte Ja. Ich habe mich ab der Halbzeit aufgewärmt und wurde nie eingewechselt. Er hatte sein Wort gebrochen“, so der 41-Jährige. Für die Fans gab es hingegen eine Entschuldigung: „Dass ich die Fans danach nicht begrüßt habe, war meine Schuld, und dafür entschuldige ich mich.“
„Hatte ich nicht verdient“
Und auch anschließend gab es keine Entspannung, wie der Portugiese weiter schildert: „48 Stunden später, in Anwesenheit von Coutinho, einigten wir uns darauf, dass er im Presseraum die Wahrheit sagen würde: Der Plan stammte von ihm, ich hatte nie um Einsatzzeit gebeten, und mich zum Aufwärmen zu zwingen, ohne mich spielen zu lassen, war ein Fehler. Er bat mich um eine Umarmung und versprach es. Ich habe ein kurzes Dokument mit diesen Notizen genehmigt.“
Doch es kam anders, die Worte von Trainer Jesus waren demnach nicht die ausgemachten: „Die Pressekonferenz hatte nichts mit dem zu tun, was wir vereinbart hatten. Ich wurde auf eine Art angegriffen, die ich nicht verdient hatte. Es war das zweite Mal, dass er sein Wort gebrochen hat.“
Ronaldo entschuldigt sich beim Team
Eine Situation, die Ronaldo so nicht kannte: „In fast 25 Jahren habe ich mich nie in eine taktische Entscheidung eingemischt. Aber wenn sie ihr Wort brechen, habe ich dort nichts mehr zu suchen.“
„Ich entschuldige mich bei meinen Mannschaftskameraden dafür, dass ich gegangen bin. Die Verantwortung liegt allein bei mir. Der FPF sollte mich ohne mildernde Umstände bestrafen; als Kapitän ist das ein erschwerender Umstand.“
Das letzte Spiel in seiner Nationalmannschaftskarriere ist aber noch nicht gespielt, so Ronaldo: „In diesem Zusammenhang habe ich viel über Abschiedsspiele gehört – dass ich einen würdigen Abschied verdiene und dass der Verband mir diese Gelegenheit geben möchte. Ich habe im Leben gelernt – oft hungrig und ohne etwas zu essen -, dass niemand jemandem etwas schenkt. Ich kann all meinen Fans – und insbesondere dem gesamten portugiesischen Volk – versprechen, dass wir ein oder mehrere Abschiedsspiele bestreiten werden; dafür wird es Zeit geben.“
Besondere Anekdote
Das Nationalteam sei für die Legende eine spezielle Angelegenheit: „Aber wenn ich an die Nationalmannschaft denke, kommt mir vor allem der Wettkampf in den Sinn. Das war es, woran ich dachte, als ich die Nachricht vom Tod meines Vaters erhielt. Ich war mit unserer Nationalmannschaft im Trainingslager und beschloss sofort, bis zum Ende des Spiels am nächsten Tag zu bleiben. Das habe ich für mein Land getan – etwas, das ich für keinen Verein jemals tun würde.“
Wenn die mögliche Strafe abgesessen ist, steht der Routinier seinem Land demnach wieder zur Verfügung.
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