Nach wiederholten russischen Drohnenangriffen an einer zentralen Brücke in Kiew wurden an beiden Seiten große Netze angebracht. Diese sollen nun vor Drohnen schützen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte am Dienstag, dass der Kriegsgegner derzeit einen massiven Angriff vorbereite.
Entsprechende Geheimdienstinformationen lägen vor, sagte Selenskyj am Dienstagabend in seiner täglichen Videoansprache. „Die ukrainischen Sicherheitsdienste und unsere Luftwaffe sind bereit, im Rahmen unserer verfügbaren Verteidigungsmittel darauf zu reagieren.“
Zuletzt hatte das russische Militär die Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew deutlich intensiviert und in den vergangenen Tagen die Nord- und Südbrücke ins Visier genommen. Die Nordbrücke wurde am Sonntag während des Besuchs von Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz von einer Drohne getroffen. Am Dienstag folgte ein weiterer Angriff, wie die russische Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf das Verteidigungsministerium meldete. Die Brücke sei für den Transport von Militärpersonal genutzt worden, hieß es. Am Freitag hatte Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko die Situation „extrem dramatisch“ genannt und davor gewarnt, dass die Stadt „in Stücke gerissen“ werde.
Nun wurden große Netze zum Schutz vor Drohnen an beiden Seiten der Nordbrücke aufgehängt. Solche Netze kommen bereits im Osten und Süden der Ukraine zum Einsatz. Der breite Strom Dnipro, der durch Kiew fließt, teilt das Land. Eine mögliche Zerstörung der Brücken würde die Verteidigung der ukrainischen Truppen erheblich erschweren.
Fünf Verletzte bei Angriff auf Brücke
Am Dienstag griff das russische Heer laut ukrainischen Angaben auch eine Brücke in der Stadt Saporischschja an. Dabei seien fünf Menschen verletzt worden, teilte der Gouverneur der Region mit. Er sprach von Beschuss und veröffentlichte auf seinem Telegram-Account ein Foto, das einen Krater auf der Fahrbahn der Brücke zeigen soll. Der Verkehr sei zeitweise gestoppt worden.
Merz hat am Sonntag ein neues Hilfspaket für die Ukraine im Wert von mehr als 1,3 Milliarden Euro angekündigt. Es umfasst unter anderem Mittel für Abfangdrohnen und Energiehilfe. Mehr als eine Milliarde soll in jene Drohnen fließen, die die neuen russischen Jet-Drohnen stoppen sollen, die das Land seit mehreren Wochen hart treffen.
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