Über Grenze geflüchtet

Aufgeflogen: Tausende Euro in Kofferraum-Abdeckung

Kärnten
06.10.2026 20:05

Filmreife Szenen auf der Karawanken Autobahn bei Rosenbach (Kärnten): Ein Autolenker raste im Zuge einer Polizeikontrolle durch den Tunnel nach Slowenien davon. Der ohnehin mehrfach gefahndete Kroate wurde in Laibach gestoppt, und kehrte freiwillig nach Kärnten zurück. Um seinen Führerschein zu holen. Fehler!

Gegen 15.15 Uhr stoppten die Beamten der Autobahnpolizei Villach den Kroaten bei der Ausreise nach Slowenien. Der 43-Jährige wirkte nervös, und händigte den Exekutivbeamten lediglich seinen deutschen Führerschein aus. Und noch während die Polizisten die Daten überprüften, stieg der Lenker aufs Gas – mit Vollgas durch den Karawankentunnel in Richtung Slowenien.

Die Beamten nahmen umgehend die Verfolgung auf. Doch im einspurigen Nadelöhr des Tunnels und bei dichtem Verkehr gab es kein Durchkommen – der Flüchtige konnte vorerst entkommen. Die heimischen Fahnder schlugen sofort bei den slowenischen Kollegen Alarm. Mit Erfolg: Bei Laibach wurde der Flüchtige schließlich von einer Streife gestoppt.

Flüchtiger in mehreren Ländern gesucht
Da gegen den Mann in Slowenien rechtlich allerdings nichts vorlag, waren den dortigen Beamten die Hände gebunden. Dann die kuriose Wende: Weil sein Führerschein noch immer im Besitz der Kärntner Polizisten war, drehte der 43-Jährige tatsächlich um und fuhr seelenruhig zurück zur österreichischen Grenze!

Dort hatten die heimischen Ermittler die Wartezeit genutzt und die internationalen Polizeisysteme durchforstet. Mit Erfolg: Gegen den Kroaten lagen bereits mehrere Fahndungsausschreibungen aus Deutschland, Österreich und Kroatien vor! Weswegen die Beamten in Folge den Wagen des Verdächtigen ganz genau unter die Lupe nahmen.

Treffer: Versteckt unter dem Stoffbezug der Kofferraumabdeckung entdeckten sie ein szenetypisch verschweißtes Geldpäckchen mit mehreren tausend Euro Bargeld! Da der Kroate bei der Befragung zur Herkunft der Scheine nur Ausflüchte und widersprüchliche Angaben parat hatte, klickten wegen des dringenden Verdachts der Geldwäsche die Handschellen. Das mutmaßliche Schmuggelgeld wurde sichergestellt.

Justiz setzt Kroaten auf freien Fuß
Nach stundenlanger Einvernahme inklusive Dolmetscher im Polizeianhaltezentrum wurde der Verdächtige nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Klagenfurt angezeigt und auf freien Fuße gesetzt. Das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) erließ gegen den Kroaten ein striktes Aufenthaltsverbot für Österreich!

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