Maut auf Landesstraßen

Droht „Dosko-Zoll“ auch in anderen Bundesländern?

Wirtschaft
19.08.2026 05:00

Die Wirtschaft läuft gegen die Maut-Pläne im Burgenland Sturm. Erste Bundesländer beobachten den Vorstoß von Landeshauptmann Doskozil bereits. Könnte dieses Modell österreichweit Schule machen?

„Was im Burgenland gerade passiert, kann das ganze Land ins Chaos stürzen“, zeigt sich Andreas Wirth, Präsident der Wirtschaftskammer Burgenland und Vizepräsident des Österreichischen Wirtschaftsbundes, alarmiert. Ab 2027 will die rot-grüne Landesregierung nämlich Fahrzeuge über 3,5 Tonnen auf ausgewählten Verbindungen zwischen der ungarischen Grenze und dem hochrangigen Straßennetz zur Kasse bitten.

Vorgesehen sind digitale Tages-, Wochen-, Monats- und Jahresvignetten. Betroffen wären aber nicht nur Transit-Lkw, sondern auch heimische Lieferanten, Paketdienste und Busunternehmen. „Und wenn ich höre, dass auch andere SPÖ-Landespolitiker mit der Idee liebäugeln, die Burgenland-Maut zu übernehmen, dann schrillen die Alarmglocken im Interesse des Standorts Österreich“, so Wirth.

Andreas Wirth, Vize im Wirtschaftsbund und Präsident der WK Burgenland teilt gegen Doskozil aus.
Andreas Wirth, Vize im Wirtschaftsbund und Präsident der WK Burgenland teilt gegen Doskozil aus.(Bild: wearegiving GMBH)

Wirtschaft befürchtet Nachahmer
Zwar wäre das Burgenland das erste Bundesland mit einem solchen Modell, aber wohl nicht das letzte. Oberösterreichs Grüne etwa haben bereits gefordert, dem Beispiel zu folgen. Auch Tirols Verkehrslandesrat René Zumtobel will das burgenländische Modell „genau beobachten“. Für Transportunternehmen würde das laut Wirth bedeuten, künftig neben der ASFINAG-Maut mehrere landeseigene Systeme, Tarife und Ausnahmen berücksichtigen zu müssen. Ein solcher Fleckerlteppich würde „unseren Staat in den Bankrott treiben“.

Verlagert Maut das Problem nur?
Außerdem droht, dass die Maut den Schwerverkehr einfach über die Landesgrenzen verschiebt. Werden die burgenländischen Korridore teurer, berechnen Navigationssysteme nämlich automatisch günstigere Routen – möglicherweise über Niederösterreich oder die Steiermark. Die Belastung wäre damit nicht beseitigt, sondern nur verlagert.

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