Fast 1000 Flüge mussten wegen des Ätna-Ausbruchs storniert oder umgeleitet werden, mehr als 30.000 Passagiere sind betroffen. Die AUA hat etwa Flugzeuge von Catania nach Palermo umgeleitet und Busverbindungen zwischen den Städten organisiert. Bei „außergewöhnlichen Umständen“ wie diesen gibt es zwar keinen „Schadenersatz“, aber bestimmte Rechte bleiben.
Für betroffene Passagiere gilt: Der Vulkanausbruch fällt, wie z.B. auch Krieg, Vogelschlag, Hagel, Flughafenstreiks, unter „außergewöhnliche Umstände“. Die Airline muss in diesem Fall keinen „Schadenersatz“, genannt Ausgleichszahlung, leisten.
Das heißt jedoch nicht, dass man keine Rechte hat. Wer noch zu Hause über den Flugausfall informiert wird, hat Anspruch auf eine Ticketrückerstattung oder eine alternative Beförderung. Diese muss jedoch nicht angenommen werden. Ob man etwa bei der AUA den angebotenen Flug nach Palermo annimmt, bleibt dem Reisenden überlassen.
Wenn man bereits auf der Insel ist und der Rückflug betroffen ist, hat der Fluggast Anspruch auf Unterstützungs- und Betreuungsleistungen. Das geht von Snacks und Getränken bei kürzeren Wartezeiten bis zu Hotelunterkünften bei längeren Verzögerungen.
Die Agentur für Fahrgastrechte (apf) empfiehlt, jedenfalls Kontakt mit der Airline aufzunehmen und – falls man sich selbst versorgen muss – die Belege aufzubewahren.
Flugbetrieb wieder aufgenommen
Unterdessen ist der Flugbetrieb am Flughafen von Cantania am Samstag langsam wieder angelaufen, nachdem die Warnstufe von Rot auf Orange heabgestuft wurde. Es gab laut Flightradar24 zahlreiche Starts sowie auch Landungen. Doch noch wurden zahlreiche Flüge als gestrichen oder umgeleitet angezeigt, bei einigen wurden Verspätungen gemeldet.
Nach Angaben des Flughafenbetreibers wurden zwischen dem 6. und 12. August rund 36 Prozent der für Catania geplanten Flüge gestrichen. Die Betreibergesellschaft SAC bezeichnete die Auswirkungen auf die Flughafeninfrastruktur als die schwersten der vergangenen 20 Jahre.
Lang anhaltende Ascheemission besonders ungünstig
Nach den Worten des Vulkanologen Mario Mattia vom Nationalen Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) war der Ausbruch wegen der lange anhaltenden Ascheemission so ungünstig für den Flugverkehr. Erschwerend hinzugekommen seien konstante Winde von Norden nach Süden, die die Asche direkt über Catania und den Flughafen trieben.
Auch noch Erdbeben gemeldet
Das INGV meldete am Samstag auch ein Erdbeben der Stärke 3,9, das die Gemeinde Linguaglossa am Nordosthang des Vulkans Ätna in der Provinz Catania erschütterte. Das Epizentrum lag rund sieben Kilometer vom Ortszentrum entfernt, die Erschütterung war für die Bevölkerung deutlich spürbar. Nach Angaben der Rettungskräfte gab es keine Verletzten.
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