Straße von Hormuz

Trump gießt Öl ins Feuer, Iran ist unbeeindruckt

Außenpolitik
15.08.2026 21:06
Porträt von krone.at
Von krone.at

An diesem Wochenende läuft die Frist aus, innerhalb der die USA und Teheran Verhandlungen abschließen wollten. Gegen die Waffenruhe und weitere Punkte des Abkommens war in den vergangenen Wochen mehrfach verstoßen worden. Zuletzt hat US-Präsident Donald Trump wieder Öl ins Feuer gegossen ...

Wie berichtet, hatte er angekündigt, die Straße von Hormuz als US-Territorium auszuweisen. „Sobald wir den Iran besiegt haben – der gerade eine vernichtende Niederlage erleidet –, werde ich die Hormuz-Straße zum Territorium der Vereinigten Staaten erklären“, sagte Trump bei einem Wahlkampfauftritt. Nähere Angaben machte er nicht. Die Meerenge ist eine der wichtigsten Handelsrouten für Öl und Gas und zudem ein zentraler Streitpunkt zwischen dem Weißen Haus und der iranischen Führung.

Teheran wies die Pläne erwartungsgemäß zurück. „Die Straße von Hormuz lässt sich weder per Tweet noch mit einem Flugzeugträger, noch durch einen Befehl oder eine Wahlkampfrede einnehmen“, schrieb Irans Vizeaußenminister Kazem Gharibabadi auf der Plattform X. Der Iran fürchte weder Drohungen noch lasse er sich von Machtdemonstrationen einschüchtern. Überhaupt müssten die Vereinigten Staaten akzeptieren, eine strategische und schwere Niederlage erlitten zu haben.

Zitat Icon

Die Straße von Hormuz lässt sich weder per Tweet noch mit einem Flugzeugträger noch durch einen Befehl oder eine Wahlkampfrede einnehmen.

Irans Vizeaußenminister Kazem Gharibabadi an Trump

Die iranische Führung hat sich zu einer gebührenfreien Durchfahrt der Straße von Hormuz verpflichtet. Diese Frist endet allerdings jetzt. Wie die Schifffahrt künftig geregelt sein soll, ist Gegenstand von Verhandlungen mit dem Oman. Eine Einigung wurde bislang noch nicht verkündet. Laut pakistanischen Sicherheitskreisen steht diese bevor. Diese sagten außerdem, dass die Waffenruhe mit den USA um weitere 60 oder gar 90 Tage verlängert werden soll. Pakistan ist Vermittler in dem Konflikt.

Folgen neue Verhandlungen?
Die Gespräche mit dem Oman seien jedenfalls getrennt von möglichen Verhandlungen mit den USA zu sehen, hieß es aus dem Iran. Man habe sich noch gar nicht entschieden, ob man neue Gespräche mit Washington aufnehme oder nicht. Außenminister Abbas Araqchi sagte kürzlich, die USA hätten die Vereinbarung verletzt und die Kämpfe wieder aufgenommen. Damit habe es gar keine Waffenruhe gegeben, die nun verlängert werden müsse.

Die iranische Führung hatte für eine Öffnung der Meerenge zuletzt ein Ende sämtlicher US-Drohungen, eine Aufhebung der Seeblockade iranischer Häfen, den Abzug der US-Streitkräfte und eine vollständige Entschädigung für die Kriegsschäden verlangt. In der Nacht auf Samstag wurde wieder ein Angriff auf ein Handelsschiff in der Meerenge gemeldet. Das Schiff gehört dem staatlichen emiratischen Ölkonzern ADNOC, von dem erst in der Nacht auf Freitag zwei Schiffe vom Iran angegriffen wurden.

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