Urlauber stecken fest

Ätna-Chaos kostet Tourismus bereits 24 Millionen €

Ausland
13.08.2026 11:21

Der Ausbruch des Ätna bringt den Flugverkehr auf Sizilien weiter durcheinander und verursacht hohe wirtschaftliche Schäden. Rund 700 Flüge wurden bereits gestrichen, Zehntausende Passagiere sind betroffen. Für den Tourismussektor werden die Verluste inzwischen auf etwa 24 Millionen Euro geschätzt.

Der Ausbruch des Ätna sorgt auf Sizilien weiterhin für erhebliche Probleme. Wegen der Vulkanasche bleibt der Flughafen Catania-Fontanarossa voraussichtlich bis Freitag um 2 Uhr geschlossen. Seit Freitag wurden mindestens 700 Flüge gestrichen.

Mehr als 400 weitere Verbindungen mussten auf andere Flughäfen verlegt oder dort neu organisiert werden. Besonders stark betroffen waren die Flughäfen Palermo, Comiso und Trapani. Mehr als 330 Flüge wurden nach Palermo umgeleitet, mehr als 100 nach Comiso und 22 nach Trapani. Auch der Flughafen Comiso musste zeitweise geschlossen werden. Vulkanasche hatte dort die Start- und Landebahnen verunreinigt. Rund zwölf Stunden lang war der Flugbetrieb unterbrochen.

Zehntausende Reisende betroffen 
Die Flugausfälle treffen besonders die Tourismusbranche in der Hauptreisezeit. Zehntausende Passagiere mussten ihre Reisepläne ändern und auf Busse oder Züge ausweichen, um Sizilien zu verlassen oder andere Flughäfen zu erreichen.

Nach Schätzungen des Handelsverbands Assoesercenti belaufen sich die bisherigen Verluste für den Tourismussektor auf rund 24 Millionen Euro. Sollte der Flugverkehr länger eingeschränkt bleiben, könnten die wirtschaftlichen Schäden weiter steigen.

Wann endet die Aktivität des Vulkans?
Eine schnelle Entspannung der Lage ist derzeit nicht absehbar. Stefano Branca, Direktor der Vulkanabteilung des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie, erklärte, dass sich zwar der Beginn vulkanischer Aktivität mithilfe der Überwachungssysteme vorhersagen lasse, nicht aber deren Ende. Für den Flugverkehr ist vor allem die Windrichtung entscheidend. Die Aschewolke hat sich bereits bis nach Malta und Nordafrika ausgebreitet. Solange der Wind die Vulkanasche nach Süden und damit in Richtung Catania trägt, könnte der Flughafen weiterhin beeinträchtigt werden.

Am Flughafen Fontanarossa hat sich die Situation nach den chaotischen Szenen der vergangenen Tage inzwischen etwas beruhigt. Die Betreiber arbeiten gemeinsam mit den Behörden, dem Katastrophenschutz und den anderen sizilianischen Flughäfen daran, möglichst viele Flugverbindungen aufrechtzuerhalten und betroffene Reisende zu unterstützen.

Streit über den Standort des Flughafens 
Der Ausbruch hat gleichzeitig eine politische Diskussion über die Lage des Flughafens Catania neu entfacht. Zivilschutzminister Nello Musumeci kritisierte den Standort des Flughafens und sagte: „Nicht der Ätna ist am falschen Ort, sondern der Flughafen.“ Musumeci, der früher Präsident der Provinz Catania war, verwies darauf, dass er bereits eine mögliche Verlagerung des Flughafens in ein Gebiet zwischen Catania und Enna vorgeschlagen habe.

Die Opposition kritisierte dagegen das Krisenmanagement der sizilianischen Regionalregierung. Anthony Barbagallo, Chef der sizilianischen Sozialdemokraten, bezeichnete den Umgang mit der Situation als „inkompetent und unzureichend“. Während die politische Debatte damit an Fahrt gewinnt, bleibt die Lage für Reisende unsicher. Entscheidend wird sein, wie lange der Ätna weiterhin Asche ausstößt und in welche Richtung die Vulkanwolke zieht.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung