Einmal mehr wird im Wiener Landesgericht klar, wie wichtig das Tragen eines Schutzhelms ist! Nach einem schlimmen Motorradunfall ist ein 36-jähriger Wiener nämlich ein Pflegefall. Ohne Helm fuhr er bei seinem alkoholisierten Freund mit – der auch keinen Führerschein hatte. Für den Serben (39) setzt es jetzt eine Haftstrafe.
Es war eine mehr als verheerende Entscheidung, die ein 36-Jähriger am Abend des 20. August 2025 traf: Er stieg auf das Motorrad seines guten Freundes. Es war nur ein kurzer Weg vom Lokal, in dem die beiden nett zusammen saßen, bis zur nächsten U-Bahnstation in Wien-Penzing. Also verzichtete der Mann auf einen Helm. Was soll denn auf den paar Metern schon passieren ...
Mit zwei Promille aufs Motorrad gestiegen
Dafür muss jetzt sein 39-jähriger Freund im Wiener Landl geradestehen. Denn die Liste an Fehlverhalten ist bei dem Serben lang: „Der Angeklagte hat ohne Lenkerberechtigung und stark alkoholisiert das Opfer ohne Schutzhelm auf seinem Motorrad mitgenommen.“ Eine Straßenzulassung für das Fahrzeug hatte er übrigens auch nicht. Mit zwei Promille rutschte er in der Kurve weg, seinen Mitfahrer schleuderte es – ohne Helm – auf die Straße.
Opfer knallte mit dem Kopf auf den Asphalt
Es grenzt an ein Wunder, dass der 36-Jährige überhaupt noch lebt: Bruch des Schädeldaches und der Schädelbasis, Hirnprellung, Bruch der Halswirbelsäule und der Kieferhöhlen und mehr. „Er ist bettlägrig. Er kann nicht reden. Er hat die höchste Pflegestufe“, so die Privatbeteiligtenvertreterin, die vom Angeklagten über 151.000 Euro haben will. „Er ist jetzt noch im Pflegeheim, aber die Familie hofft, dass er nach einer Reha nach Hause kommen kann. Es muss aber natürlich das Badezimmer und noch mehr umgebaut werden.“
Das Problem ist, dass Sie ohne Führerschein, alkoholisiert jemanden ohne Helm mitgenommen haben.
Richter Ulrich Nachtlberger wird im Prozess deutlich.
Der alkoholisierte Lenker übernimmt zumindest die Verantwortung, meint aber: „Er hat immer gewackelt. Das ist das Problem.“ Sonst wäre er mit dem Motorrad in der Kurve nicht weggerutscht. Richter Ulrich Nachtlberger unterbricht ihn und macht deutlich: „Nein! Das Problem ist, dass Sie ohne Führerschein, alkoholisiert jemanden ohne Helm mitgenommen haben.“
„Jeden Tag denke ich an den Unfall“
Der Angeklagte nickt: „Wir kannten uns fast 20 Jahre. Jeden Tag stehe ich auf und denke an den Unfall.“ Bei dem auch der 39-Jährige verletzt wurde – ihm fehlt ein Finger, ein Fuß und Zehen waren gebrochen. Über den Knien, an denen er Kreuzbandrisse erlitt, trägt er noch immer Stützbandagen. Seinem pflegebedürftigen Freund möchte er zumindest 3000 Euro Schmerzensgeld zahlen.
Damit ist es laut Nachtlberger aber nicht getan: „Der Tatvorwurf war massiv. Es sind hier derartig viele gravierende Schuldfaktoren zusammen gekommen.“ Er verurteilt den Serben zu einem Jahr unbedingte Haft. Dem Opfer muss er 20.000 Euro zahlen – der Rest wird am Zivilrechtsweg zu klären sein. Die Staatsanwältin verdeutlicht noch einmal: „Viel schwerere Verletzungen ohne Todesfolge gehen eigentlich gar nicht.“
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