Aus Wien verschwunden

Vermisste Israelinnen in Argentinien aufgetaucht

Ausland
15.08.2026 12:55
Porträt von krone.at
Von krone.at

Eine Woche lang fehlte von einer israelischen Mutter und ihrer Tochter jede Spur. Dann die überraschende Wende: Die beiden Frauen, die zuletzt in Wien gesehen worden waren, wurden in Argentinien aufgespürt. In einem Bus stießen Ermittler nun auf das mysteriöse Duo.

Mali Yahalomi (50) und ihre Tochter Liel (23) wurden laut aktuellen Medienberichten von Vertretern der israelischen Polizei und von Interpol in einem Bus angesprochen. Die Polizei veröffentlichte Aufnahmen des Einsatzes. Darauf ist zu sehen, wie sich die Beamten den beiden Frauen zu erkennen geben und mit ihnen sprechen.

„Wir haben uns große Sorgen um Sie gemacht“
„Ich möchte Ihnen ein paar Fragen stellen“, sagt ein Beamter in dem veröffentlichten Video. „Wir haben uns große Sorgen um Sie gemacht.“

Spurlos aus Wien verschwunden – jetzt in Argentinien gefunden: Mali Yahalomi (50) und ihre ...
Spurlos aus Wien verschwunden – jetzt in Argentinien gefunden: Mali Yahalomi (50) und ihre Tochter Liel (23)(Bild: https://www.ikg-wien.at)

Die beiden Frauen wirken laut der „Times of Israel“ von der Situation überrascht beziehungsweise verwirrt, sind aber wohlauf. Sie wurden kurz befragt und durften anschließend ihre Fahrt fortsetzen. Gegen Mutter und Tochter bestand demnach kein Verdacht auf eine Straftat.

Auch Spekulationen über mögliche Schulden oder Betrugshandlungen bestätigten sich laut aktuellen Meldungen nicht.

Zuletzt in Wien gesehen
Die beiden Israelinnen waren über Prag nach Wien gekommen. Zuletzt wurden sie am 7. August in einem Hotel im Wiener Bezirk Margareten gesehen, in dem sie eingecheckt hatten. Danach verlor sich ihre Spur.

Ihre Angehörigen alarmierten am Montag die Polizei, nachdem sie keinen Kontakt mehr zu den beiden herstellen konnten. Die Suche entwickelte sich zu einem internationalen Fall. Auch die israelische Botschaft in Wien wandte sich über soziale Medien und mit einer Presseaussendung an die Öffentlichkeit und ersuchte um Hinweise zum Verbleib der Frauen.

Am Freitag gab die Landespolizeidirektion Wien schließlich bekannt, dass die beiden Österreich eigenständig verlassen hatten. Weitere Details wollte die Polizei zu diesem Zeitpunkt nicht nennen.

Mit Gepäck aus Unterkunft gegangen
Medien berichteten, Überwachungskamera-Aufnahmen würden zeigen, wie Mutter und Tochter am vergangenen Samstag ihre Unterkunft in Wien mit ihrem Gepäck verließen. Demnach sollen sie dabei offenbar aus freien Stücken und ohne Begleitung einer weiteren Person unterwegs gewesen sein.

Wie es danach weiterging, war zunächst unklar. Nun steht fest: Die beiden Frauen hielten sich schließlich in Argentinien auf.

Die „Times of Israel“ berichtete, dass weiterhin offen sei, warum die beiden in Wien den Kontakt zu ihrer Familie abbrachen und ohne deren Wissen nach Argentinien flogen. Medienberichten zufolge sollen sie dort ein neues Leben beginnen wollen.

Familie schöpfte erst später Verdacht
Die Angehörigen in Israel bemerkten das Ausbleiben des Kontakts offenbar nicht sofort. Da die Familie am Schabbat keine elektronischen Geräte nutzt, schöpften sie erst am Sonntagmorgen Verdacht, als Nachrichten an Mutter und Tochter nicht zugestellt wurden.

Berichten zufolge nahmen die beiden Frauen zudem nicht wie geplant am Schabbat-Essen am Freitagabend teil. Auch das für Samstag bei einem koscheren Restaurant bestellte Essen sollen sie nicht abgeholt haben.

Große Erleichterung bei Angehörigen
Nach dem Auffinden der beiden Frauen zeigte sich die Familie laut Medienberichten enorm erleichtert. Die Angehörigen dankten allen, die an der internationalen Suche beteiligt waren.

Damit ist zumindest die bange Suche nach Mutter und Tochter beendet. Warum die beiden Wien verließen, den Kontakt zu ihren Angehörigen abbrachen und nach Argentinien weiterreisten, bleibt allerdings weiterhin eine offene Frage.

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