Insel Flores betroffen

Tote in Indonesien: Erdstöße „wie auf Trampolin“

Ausland
15.08.2026 11:55
Porträt von krone.at
Von krone.at

Bei einem schweren Erdbeben vor der zu Indonesien gehörenden Flores-Insel hat es Rettungsdiensten zufolge Dutzende Tote gegeben. Das Beben der Stärke 7,7 hatte Samstagfrüh die im Osten Indonesiens liegende Insel erschüttert. Auch im südspanischen Andalusien bebte die Erde.

„Den Berichten zufolge, die wir erhalten haben, sind 38 Menschen gestorben, mindestens 13 weitere wurden verletzt, zwei von ihnen schwer“, sagte der Leiter der Nationalen Katastrophenschutzbehörde, Suharyanto, bei einer Pressekonferenz am Samstag. Rund 2000 Menschen hätten sich aus eigener Initiative in Sicherheit gebracht. 

„Plötzlich begann es zu beben, und ich geriet in Panik“, sagte Lukas Lotar, der in einem Krankenhaus in der Stadt Maumere arbeitet, der Nachrichtenagentur AFP. „Auch Patienten flohen aus dem Krankenhaus“, berichtete der 31-Jährige. „Der Stoß war heftig. Ich sah Risse in einigen Wänden.“

„Noch nie so ein starkes Erdbeben erlebt“
„Ich habe noch nie so ein starkes Erbeben erlebt“, sagte Yulian Yuita Ekalia, die in der Stadt Ruteng im Inneren der Insel lebt. „Es hat sich angefühlt wie auf einem Trampolin, es war sehr beängstigend“, sagte sie der AFP am Telefon. „Alles im Haus ist heruntergefallen: der Fernseher, die Pokale meines Sohnes, die Geschirrregale, Koffer auf Schränken.“

Sie holte später ihren Herd aus dem Haus, um auf der Straße zu kochen. Auch die Universität, an der Yulian arbeitet, wurde schwer beschädigt. Sie sei froh, dass das Beben an einem Samstagmorgen passiert sei. „Ich kann mir nicht vorstellen, wie es gewesen wäre, wenn wir alle da gewesen wären.“

Bilder von der indonesischen Flores-Insel nach dem Beben:

Tsunami-Alarm und starke Nachbeben
Die indonesische Wetter- und Erdbebenbehörde warnte unmittelbar nach dem ersten Beben vor möglichen Tsunamiwellen mit bis zu drei Metern Höhe. Die Katastrophenschutzbehörde rief die Bewohner der Küstengebiete „dringend auf, sich unverzüglich selbst in Sicherheit zu bringen“. Auf den Straßen bildeten sich lange Staus.

Bewohner in der Region Nagekeo nahe des Epizentrums rannten auf Hügel, um sich vor möglichen Wellen in Sicherheit zu bringen. Das Meer zog sich zurück – ein Warnzeichen für einen Tsunami –, die amtliche Warnung wurde später aber wieder aufgehoben. Die Behörden warnten jedoch davor, in beschädigte Häuser zurückzukehren, solange es noch Nachbeben gebe.

Das Epizentrum des Bebens lag Behördenangaben zufolge rund 70 Kilometer vor der Nordküste der Flores-Insel. Auf den ersten Erdstoß folgten mehrere starke Nachbeben, darunter eines mit der Stärke 6,1.

Indonesien wird wegen seiner Lage auf dem Pazifischen Feuerring häufig von Erdbeben erschüttert. Im Jahr 2004 war die Provinz Aceh bei einer Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe schwer zerstört worden, damals starben allein in Indonesien 170.000 Menschen.

Noch immer fieberhafte Suche nach Verschütteten in Kolumbien
Vier Tage nach einem der schwersten Erdbeben in Kolumbien seit Jahrzehnten haben Rettungskräfte am Freitag weiter fieberhaft nach Verschütteten gesucht. In Cali, der drittgrößten Stadt des Landes, räumten Helfer am Morgen Betontrümmer beiseite. Sie hatten Geräusche aus einem eingestürzten Wohnhaus gehört. Die Retter hofften, noch Überlebende zu finden. „Wir machen weiter, solange Gott es zulässt, solange wir die Kraft haben“, sagte der Freiwillige Julio Cesar Pineda.

Das Beben der Stärke 7,4 hatte das südamerikanische Land am Montagmorgen erschüttert. Das Epizentrum lag in San Jose del Palmar in der Provinz Choco. Zehntausende Wohnhäuser, Schulen und Krankenhäuser wurden nach Regierungsangaben bei dem Beben beschädigt oder zerstört. Viele Menschen schlafen seither in Notunterkünften oder im Freien. 

Nach offiziellen Angaben vom Freitag kamen bei dem Beben 287 Menschen ums Leben, fast 4000 wurden verletzt. Knapp 400 weitere wurden noch vermisst. Mehr als zwei Drittel der Todesopfer entfielen auf die Städte Cali und Pereira. 

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