Bewegende Zeilen
Brandopfer: „Mein Gesicht existiert nicht mehr“
Ein Opfer, das das verheerende Flammeninferno in der Silversternacht im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana überlebt hat, hat Einblicke in ihr Leben nach der Katastrophe gegeben. „Mein Gesicht wird nie mehr dasselbe sein. Das Gesicht, das ich im Spiegel sah, existiert nicht mehr“, schildert die junge Frau in einem offenen Brief.
Melanie Van de Velde zählt zu den mehr als hundert Schwerverletzten, die das Unglück in der Bar „Le Constellation“ überlebt haben. Das Leben der 32-Jährigen hat sich seitdem dramatisch verändert, wie sie in auf Facebook erzählt. Ihre Haut ist zu fast 40 Prozent verbrannt. Sie wurde zunächst im Krankenhaus in Zürich behandelt, ehe sie nach Nantes in Frankreich verlegt wurde.
Opfer rettete sich durch Sprung über Geländer
„Ich bin die Frau, die über ein Geländer gesprungen ist. Nicht aus Mut, sondern weil in diesem Moment das Feuer stärker war als die Angst. Weil Bleiben den Tod bedeutet hätte“, schreibt sie in dem Posting. Ihr Körper sei „zu einem Schlachtfeld“ geworden – der Schmerz würde seitdem nie verschwinden.
Die berührenden Zeilen betitelte Melanie mit „Offener Brief“:
„Kann meine Tochter nicht in den Arm nehmen“
„Mein Körper wird nie wieder derjenige sein, der vorher war. Mein Gesicht wird nie wieder in seine Züge zurückkehren“, schildert die Frau ihr Martyrium. Ihre Haut werde die Erinnerung an diese Nacht für immer tragen. Sie betont jedoch, dass sie die Zeilen nicht aus Rache schreibe. „Ich schreibe, weil Schweigen eine zweite Verbrennung ist.“ Besonders zu schaffen macht ihr die räumliche Trennung von ihrem Kind. „Ich bin weit weg von zu Hause. Weit weg von meinem Leben. Und vor allem weit weg von meiner Tochter, die ich nicht einmal in den Arm nehmen kann, wenn die Schmerzen unerträglich werden“, klagt sie.
Melanie spricht auch die noch nicht geklärte Schuldfrage an. Ein Thema, das sie offenbar sehr belastet. „Wo bleibt die Gerechtigkeit, wenn das Opfer sichtbare und unsichtbare Spuren auf Lebenszeit trägt, und die Verantwortung verschwommen, still, verwässert bleibt?“, fragt sie in ihrem offenen Brief.
Mit ihren Zeilen hat das Brandopfer bereits viele Menschen berührt. Das Posting erhielt fast 7000 Reaktionen und wurde mehr als tausendmal geteilt. Viele Facebook-User sprechen ihr Mut zu und sprechen ihr Mitgefühl aus. „Deine Worte schreien vor Wahrheit, voller positiver Vibes, und dass Gerechtigkeit für dich und alle Opfer gemacht wird









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