Neues Kunstprojekt

Franz Josef Baur rechnet mit Perfektionswahn ab

Adabei Österreich
12.08.2026 08:30

Der Künstler sagt dem Schönheitswahn den Kampf an: In seinem neuen Projekt „The Cult of Perfection“ setzt sich der 48-Jährige mit Körperbildern, Selbstoptimierung und dem Mut zum eigenen Ich auseinander – und sorgt damit inzwischen sogar bei internationalen Magazinen wie dem „Dazed Korea“ für Aufmerksamkeit.

Schön, schöner, am schönsten – aber muss das wirklich sein? Genau mit diesem Drang räumt Franz Josef Baur jetzt auf. In seinem neuen Kunstprojekt „The Cult of Perfection“ nimmt er unseren Wunsch nach makellosen Körpern ins Visier – und stellt dabei die Frage, warum Perfektion für so viele Menschen längst zum ständigen Begleiter geworden ist. Denn egal, ob Instagram, Fitnessstudio oder roter Teppich: Der Druck, möglichst gut auszusehen, scheint momentan größer denn je. Für Baur ist der Körper dabei längst mehr als nur Privatsache. Er werde zunehmend zum Statussymbol, während Individualität immer öfter hinter gängigen Idealen 

Dass der 48-Jährige damit einen Nerv trifft, zeigt nun auch die internationale Aufmerksamkeit. Das „Dazed Korea Magazine“ widmete dem Künstler und seinem Projekt ein Interview, in dem er über die Entstehung der Arbeit und den Körper als Spiegel unserer Gesellschaft spricht. 

Abrechnung mit sich selbst
Besonders persönlich wurde das Projekt für den Wahlwiener allerdings erst während der Arbeit. Denn der Künstler zeigt nicht nur mit dem Finger auf andere, sondern nimmt sich selbst ebenso ins Visier. „Ich war und bin selbst Teil dieses Kults. ,The Cult of Perfection‘ ist kein Urteil über andere – sondern eine Abrechnung mit mir selbst“, erklärt er offen. Dabei geht es ihm vor allem um die Frage, wie viel von der eigenen Persönlichkeit übrig bleibt, wenn man ständig versucht, Erwartungen anderer zu erfüllen. „Vielleicht ist der radikalste Akt unserer Zeit, nicht perfekt werden zu wollen. Vielleicht besteht die größte Freiheit darin, den Mut zu haben, einfach Mensch zu bleiben“, so Baur.

Auch seine Botschaft ist damit eigentlich ganz einfach: weniger Vergleiche, weniger Selbstoptimierung und dafür mehr Mut zur eigenen Individualität. Denn am Ende zählt für ihn ohnehin etwas ganz anderes: „Die radikalste Form der Liebe ist die Selbstliebe. Der schönste Mensch ist nicht der perfekte, sondern der, der den Mut hat, er selbst zu sein.“ – Ein Gedanke, der in Zeiten von Filtern, Selbstoptimierung und Dauervergleich wohl aktueller kaum sein könnte!

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