Gefährliche Bergtour

Familie mit Kleinkindern stieg in Felsrinne ein

Chronik
31.07.2026 09:20
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Am Mittwoch mussten die Bergretter im Montafon gleich mehrere Personen aus einer alpinen Notlage befreien. Besonders unverantwortlich verhielt sich eine vierköpfige Familie aus Deutschland.

Im Hochgebirge empfiehlt es sich immer, vorsichtig zu sein. Das gilt besonders dann, wenn man mit zwei Kleinkindern unterwegs ist. Insofern kann man über jenes waghalsige Abenteuer, auf das sich eine vierköpfige Familie aus Deutschland im Bereich des Gargellener Schafkopfes eingelassen hat, nur den Kopf schütteln. Dabei begann alles sehr harmlos: Um kurz nach Mittag fuhren die beiden Eltern mit ihren Kindern im Alter von zwei und vier Jahren mit der Schafbergbahn bis zur Bergstation. Von dort marschierten sie auf dem gut ausgebauten Wanderweg in Richtung Gafierjoch.

In Felsrinne ging nichts mehr weiter
Doch offenbar war ihnen das nicht Bergerlebnis genug. Also entschloss sich die Familie, den markierten Pfad zu verlassen, um auf den oberhalb verlaufenden Wanderweg in Richtung Gargellner Köpfe aufzusteigen – ein an Dummheit und Verantwortungslosigkeit kaum zu überbietendes Unterfangen. In einer steilen, mit Gras und Geröll durchsetzten Rinne rund 20 Meter unterhalb des Wanderweges fand das Abenteuer dann ein jähes Ende – ein weiterer Aufstieg war unmöglich, ein Abstieg viel zu gefährlich.

Also setzten die Eltern gegen 14 einen Notruf ab. Kurz darauf kam die Rettung in Form des Polizeihubschraubers „Libelle“ auch schon herangeflogen, die vierköpfige Familie wurde von der Besatzung mit einem 20-Meter-Tau geborgen und unversehrt ins Tal geflogen.

Vom Weg abgekommen
Wenig später, gegen 16.50 Uhr, mussten die Rotorblätter der „Libelle“ erneut angeworfen werden, weil zwei Wanderer, abermals aus Deutschland, im Bereich des Plattenjochs in Gaschurn in eine alpine Notlage geraten waren. Sie waren auf ihrer Tour vom Madlenerhaus über die Saarbrücker Hütte in Richtung Tübinger Hütte ebenfalls vom Weg abgekommen – allerdings nicht vorsätzlich, sondern aufgrund einer Unachtsamkeit. Irgendwann gerieten sie in derart schroffes und unwegsames Gelände, dass ein Weiterkommen nicht mehr möglich war. Also gaben sie einen Notruf ab. Erneut kam das 20-Meter-Tau zum Einsatz, danach ging es wohlbehalten in Richtung Tal.

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