„Krone“-Kommentar

„Trump“ auf Österreichisch

Kolumnen
14.08.2026 05:00

Dass Präsident Trump Journalisten nicht mag, darf als vorausgesetzt gelten. Deshalb fand er auch nichts dabei, sie als Köder und Lockvögel gegen mutmaßliche iranische Raketen in die Air Force One einsteigen zu lassen, während er sich selbst von dort rasch vor dem Abflug aus Ankara in einem Catering-Container zu einem anderen Flugzeug davonschlich.

Österreich hat einen ähnlichen Fall: Es war im August 1990 kurz vor dem Golfkrieg der USA zur Befreiung von Kuwait aus irakischer Besetzung. Iraks Saddam Hussein hatte alle Ausländer als Geiseln („Gäste“), als Schutzschilde festgesetzt. Er signalisierte aber die Bereitschaft, die 96 Österreicher freizulassen, wenn Bundespräsident Waldheim sie abholen kommt.

Köpferauchen in Wien: Die AUA zögerte, eine Maschine bereitzustellen, da keine Versicherung mehr eine Ausfallhaftung übernahm. Es ging buchstäblich um Minuten. Der Luftraum im Krisengebiet war schon gesperrt.

Schließlich die Lösung: Der Ministerrat übernahm im Umlaufverfahren die Versicherung – für die Maschine, aber nicht für die Passagiere, also Bundespräsident plus mitreisende Journalisten im Hinflug und die Freigelassenen zurück. Die Republik zeigte sich von ihrer knausrigen Seite.

Mit diesem Gefühl als fliegende Zielscheibe verlief dann die Geiselbefreiungsaktion Richtung Bagdad. Saddam Hussein war sehr freundlich und lobte den Mut...

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