So schnell ändern sich die Reizthemen: Kanzler Stockers Aussage zur Kinderbetreuung („Das ist für mich keine unbezahlte Arbeit“) hat viele Frauen empört, der Kanzler hat unmittelbar danach versucht, seinen Standpunkt zu erläutern. Die noble Zürcher Zeitung kommentierte das nachsichtig mit „eine unbedachte Aussage über Kinderbetreuung sorgt in Österreich für einen Eklat.“
Kaum dass sich die allgemeine Aufregung über Stockers Hoppala gelegt hat, trat Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl im ORF ans Mikro: „Jeder, der Kinder hat, weiß ganz genau, dass es in Wirklichkeit eine Hundsarbeit ist, eine wirklich anstrengende Arbeit ohne Bezahlung.“
Wie bitte? Kinder großzuziehen sei eine „Hundsarbeit“? Unverstellbar, Frau Anderl, dass es auch so etwas wie glückliche Mütter gibt? Die Verantwortung für Kinder zu übernehmen ist weder ein „Job ohne Bezahlung“ und schon gar nicht eine „Hundsarbeit!“
Bemerkenswert, dass es über Stockers Aussage eine breit angelegte Kritik gegeben hat, während Anderls Worte bald im Alltagsgetöse untergegangen sind.
Dass man bei einem Bundeskanzler strenge Maßstäbe anlegt, versteht sich von selbst. Aber Renate Anderl ist immerhin Präsidentin der Arbeiterkammer, einer Institution, die überwiegend von Durchschnittsverdiener(innen) Zwangsbeiträge einhebt und über ein Vermögen von fast einer Milliarde Euro verfügt.
Aus „Hundsarbeit“ ohne Respekt vor den Müttern?
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