Bauer schlägt Alarm

„In kürzester Zeit wird Almleben ausgerottet sein“

Tirol
14.08.2026 06:00

Der langjährige Tiroler Bergbauer Martin Köhle kennt noch viele weitere Details rund um den Bärenriss von Pony „Pumuckl“. Zugleich äußert er düstere Zukunftsaussichten über das Leben und Arbeiten auf der Alm.

Ein Braunbär hat Ende Juli im Tiroler Pfunds das 17-jährige Shetland-Pony „Pumuckl“ getötet. Die Familie trauert nach wie vor um den herben Verlust und möchte den Riss nicht einfach so hinnehmen. Sie stellt klare Forderungen an die Landesregierung. Die „Krone“ berichtete.

Bergbauer Martin Köhle aus Pfunds/Kobl kann hier mitreden, denn er kannte „Pumuckl“ und weiß Details. „Ich bin auf der Alm aufgewachsen, für mich ist die Alm alles. Ich bin ein fanatischer Bauer, der das, was er macht, seit jeher sehr gerne macht“, sagt er im „Tiroler Krone“-Gespräch.

Jäger hörte Todeskampf 
„Pumuckl“ habe, als der Bär über ihn hergefallen sei, „elendig leiden“ müssen. „Ein Jäger hat den Todeskampf zufällig mitangehört. Er hat gehört, wie erbärmlich das Pony geschrien hat. So schreit ein Pferd nur, wenn es hingerichtet wird“, schildert der Bergbauer.

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Das Land Tirol sagt bei jeder Stellungnahme zu großen Beutegreifer, dass keine erhöhte Gefahr von ihnen ausgehe. Das ist grob fahrlässig.

Bergbauer Martin Köhle

„Das macht mich traurig“
Szenen wie diese regen ihn zum Nachdenken an. „Was mich so traurig macht, ist, dass in kürzester Zeit das Almleben und somit auch die Bergbauern ausgerottet sein werden, wenn nichts gegen die Ansiedelung von Bär und Wolf unternommen wird“, ist Köhle überzeugt.

Es heißt stets, dass man diese Tiere wegen der Artenvielfalt im Land habe. „Wir haben aber eine Kulturlandschaft, die über Jahrhunderte hinweg gewachsen ist. Stirbt das Almleben aus, bleiben auch viele Arten in der Flora und Fauna aus. Das heißt: Bleiben Bär und Wolf bestehen, wird unsere Artenvielfalt in kürzestes Zeit um vieles ärmer sein.“

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Es wird keine fünf Jahre mehr dauern, dann gibt es in Tirol auch Angriffe auf Menschen. Davon bin ich überzeugt, das gebe ich allen schriftlich.

Bergbauer Martin Köhle

„Das hat es in hundert Jahren nicht gegeben“
Und auch der Tierschutz als Begründung für die Ansiedlung von Bär und Wolf lasse er nicht gelten. „Das ist eine grausige Tierquälerei, die wir mittlerweile im Land haben – so hat es diese in hundert Jahren nicht gegeben“, betont der Bergbauer, „wenn in einer Nacht 30 Schafe gerissen werden und viele davon elendig leiden, bis sie irgendwann vom Hirten gefunden und erlöst werden, hat das gar nichts mit Tierschutz zu tun“.

Auch dass Schafe mittlerweile auf der Alm am Abend eingepfercht werden müssen und keinen Auslauf mehr erhalten, damit sie von Bär und Wolf geschützt sind, „hat nichts mit Tierschutz zu tun“. Und: „Es wird keine fünf Jahre mehr dauern, dann gibt es in Tirol auch Angriffe auf Menschen“, sagt Köhle.

Ein Grund: „EU will sich die Fördergelder sparen“
Was sind in seinen Augen die Gründe dafür? „Hier kann ich nur Mutmaßungen anstellen. Ein Grund könnte sein, dass sich die EU die Fördergelder sparen will, die die Bauern erhalten. Denn mit nichts anderem kann man sie so schnell ausrotten als mit großen Beutegreifern. Dass die Bergbauern zu einem großen Teil Selbstversorger und Selbstdenker sind, könnte so manch einem Politiker ebenfalls ein Dorn im Auge sein.“

Und wie kann man dieser Entwicklung erfolgreich entgegensteuern? „Die Politiker müssen uns klar verraten, was ihr Ziel mit dieser Ansiedlung von Bär und Wolf ist. Erst dann können wir Strategien entwickeln. Jene Gründe, die sie uns zumindest derzeit vorgaukeln, können jedenfalls nicht das wahre Ziel sein. Hier fehlt in meinen Augen die Ehrlichkeit“, betont Köhle.

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