Achtung, Finger weg!

Zehn E-Scooter im Test: Sieben gut, alle verboten

Motor
02.08.2026 17:43
Porträt von krone.at
Von krone.at

Zehn E-Kickscooter im Preisfenster von 500 bis 800 Euro haben ADAC, ÖAMTC & Co zum Vergleichstest zitiert. Das Fazit ist weitgehend positiv. Lediglich zwei Kandidaten haben in einem Punkt gepatzt. Aber: Kunden in Österreich müssen überhaupt komplett verzichten.

Acht Modelle erzielten Gesamtnoten zwischen 2,0 und 2,6, sieben davon sogar die Bewertung „gut“. Zwei Kandidaten wurden allerdings auf die Note 4,5 abgewertet, weil bei ihnen im Belastungstest der Lenker brach.

Betroffen sind der Streetbooster Sirius (599 Euro) und der Navee N65i II (569 Euro). Beide scheiterten an einer Belastungsprüfung, die laut ADAC über die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht, weil die vorgeschriebenen Tests die Belastungen im Alltag nicht ausreichend abbilden.

Testsieger wurde mit der Gesamtnote 2,0 der Segway Ninebot F3 Pro D. Der rund 700 Euro teure E-Scooter überzeugte mit kräftigem Antrieb, hohem Fahrkomfort, guter Beleuchtung und ordentlich abgestimmten Bremsen. Pluspunkte sammelten zudem das informative Display und die zugehörige App. Als größter Schwachpunkt blieb die Ladezeit von mehr als acht Stunden.

Die Ergebnisse im Überblick – zum Vergrößern bitte klicken!
Die Ergebnisse im Überblick – zum Vergrößern bitte klicken!(Bild: ADAC)

Generell kritisiert der ADAC die teils deutlich zu optimistischen Reichweitenangaben der Hersteller. So verspricht etwa der Odys Ultron i75 bis zu 75 Kilometer, im Test wurden jedoch lediglich knapp 48 Kilometer erreicht. Verbesserungsbedarf sehen die Tester außerdem bei der Beleuchtung. Beim Modell von SoFlow blendete das fest montierte Frontlicht den Gegenverkehr, zudem waren die inzwischen verbreiteten Blinker bei einigen Modellen von der Seite nur schlecht zu erkennen.

Kaufinteressenten rät der ADAC, den E-Scooter passend zum eigenen Einsatzprofil auszuwählen. Wer häufig auf hügeligem Terrain unterwegs ist, sollte auf einen kräftigen Motor und eine gute Federung achten. Empfehlenswert seien außerdem Probefahrten beim Händler. Unabhängig vom Modell empfiehlt der Klub das Tragen eines Helms, da bei E-Scooter-Unfällen häufig Kopf- und Gesichtsverletzungen auftreten.

Sonderfall Österreich
Scooter-Interessenten in Österreich sollten sich von diesem Test nicht zum Kauf inspirieren lassen: Alle zehn getesteten Kandidaten weisen eine höhere Motorleistung auf, als es die hiesige Gesetzgebung zulässt. Während in Deutschland eine Dauerleistung von 600 W das Limit darstellt, ist es in Österreich der gleiche Wert als Maximalleistung. Also: Finger weg, sonst drohen Strafen und Schadenersatz.

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