Grillmeisterin erzählt

Gemüse statt Fleisch? So grillen die Kärntner

Kärnten
25.07.2026 20:00
Porträt von Nina Loibnegger
Von Nina Loibnegger

Paprika statt Käsekrainer? Eine repräsentative österreichweite Umfrage zeigt: Kärntnerinnen und Kärntner grillen am liebsten Gemüse. Grillmeisterin Yulia Haybäck erzählt im Gespräch mit der „Krone“, warum in den meisten Haushalten hauptsächlich Männer am Grill stehen.  

Bei sonnigem Wetter und hohen Temperaturen wollen sich nur wenige Menschen in die Küche stellen. Viel lieber wird dann das Kochen ins Freie verlegt, oder besser gesagt, der Grill angeschmissen.

Auf dem Grill landen dann Würstel und Koteletts – in Kärnten tatsächlich aber am allermeisten Gemüse! Etwa zwei von drei Kärntnerinnen und Kärntner freuen sich laut einer österreichweiten Befragung des Handelsverbands am meisten auf gegrillte Zucchini, Paprika & Co.

Kärnten‘s Top 5 
„Beim Grillen habe ich am liebsten ...“
  1. gegrilltes Gemüse
  2. Würstel (Bratwürstel, Käsekrainer, Berner, etc.)
  3. Salate & andere nicht-gegrillte Beilagen
  4. die Saucen
  5. Schweinefleisch

Für den Geschäftsführer des Handelsverbands, Rainer Will, ist dieses Ergebnis wenig überraschend: „Die klassische Grillerei entwickelt sich weiter. Neben Würstel und Kotelett haben Gemüse, Halloumi und andere Alternativen schon längst ganz selbstverständlich ihren Platz gefunden. Der Grill wird also bunter und individueller, ohne seine Tradition zu verlieren.“

Obwohl man in ganz Österreich die Vielfalt auf dem Grill schätzt, setzt man bei der Art des Grillens vorwiegend auf Bewährtes. Knapp die Hälfte der Befragten greift zur Holzkohle. Jeder Vierte nutzt Gas und circa jeder Fünfte grillt elektrisch.

66
EURO
So viel Geld geben Kärntnerinnen und Kärntner durchschnittlich beim Einkaufen für eine Grillerei aus.

Grillen noch immer in Männerhand
Auch wenn das „Was“ und „Wie“ unterschiedlich ausfällt, das „Wer“ zeigt stark in eine Richtung: In sieben von zehn Kärntner Haushalten grillen Männer. Unter diesem Aspekt betrachtet stellt Yulia Haybäck wohl eine große Ausnahme dar. Die Unternehmerin hat das Grillen zu ihrer Profession gemacht und wurde durch zahlreiche TV-Auftritte bekannt.

Als Grillmeisterin gibt sie ihre Expertise in ihrer eigenen Grill- & Kochschule „Siete Fuegos“ in Velden weiter. Auch dort sind die Teilnehmer der Kurse überwiegend männlich. Für Haybäck ist das wenig überraschend.

Zitat Icon

Solange in unserer Gesellschaft Kochen als Frauensache angesehen wird, wird Grillen Männersache bleiben.

Yulia Haybäck, Grillmeisterin

In Österreichs Haushalten übernehmen Frauen deutlich öfter die Hauptverantwortung für Sauberkeit, Ordnung und Organisation. Das zeigen jüngste Ergebnisse einer repräsentativen Studie des Österreichischen Instituts für Familienforschung.

Für Haybäck sei es daher logisch, dass Frauen gerne den Männern die Verantwortung beim Grillen überlassen. „Viele denken, Frauen hätten Angst vorm Grillen, aber das erlebe ich in meinen Kursen gar nicht. Die meisten empfinden Grillen einfach als eine zusätzliche Verpflichtung im Haushalt“, erzählt Haybäck und führt weiter aus: „Im Grunde ist es beim Grillen genauso, wie bei anderen Angelegenheiten: Was von der Pflicht zum Vergnügen wird, verändert die Situation.“

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