Goethes „Faust I“ in der Regie von Ulrich Rasche hat am Samstag bei den Salzburger Festspielen Premiere. Zu sehen ist auf der Perner Insel eine stark reduzierte Fassung des Klassikers.
Seine monumentalen Bühnenräume hinterlassen Eindruck, sind markant archaisch. Oft in Schwarz-Weiß, meist dominiert von rotierenden Bändern oder Scheiben. Der deutsche Regisseur Ulrich Rasche zeichnet auch heuer für eine der zentralen Produktionen der Salzburger Festspiele verantwortlich. Nach Donizettis Oper „Maria Stuarda“ im Vorjahr widmet er sich jetzt wieder dem Schauspiel, inszeniert auf der Perner-Insel Goethes „Faust“.
„Alle denken, die Maschine kommt“, erzählt Rasche im Vorfeld. „Ich habe mich bemüht, diese Erwartungshaltung zu durchbrechen. Es ist eine Bühne, die den Maschinencharakter nicht in den Vordergrund stellt.“ Es werde zwar eine in den Boden eingelassene Scheibe geben, „aber es gibt eine sehr aufwendige Konstruktion darüber, zwei monumentale Wände, die sich bewegen können und als Grundidee einen Korridor bilden.“
Ungewöhnlich ist die Fassung: Berühmte Szenen wie Auerbachs Keller, der Osterspaziergang oder die Hexenküche sind ebenso gestrichen wie viele Figuren. „Wir zeigen den Innenraum von Faust“, umschreibt Rasche sein Konzept, das den Stoff auf fünf Personen reduziert – darunter als Mephisto Valery Tscheplanowa, die in Salzburg schon Buhlschaft und Nathan war. Mephistos Selbstcharakteristik als „Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft“ hat sie schon immer fasziniert: „Es verhieß etwas Beunruhigendes.“
„Ich bin erstaunt, wie durch diese reduzierte Fassung Gretchen als wirkliches Gegenüber auftaucht“, analysiert Steven Scharf die Produktion, der eine der beiden Faust-Figuren gibt und schon mit Rasche gearbeitet hat. „Der Blick auf sie wird auf eine schöne Weise klarer, wenn man diese ganzen Bierhumpen und Hexenbesen nicht sieht.“
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